Die Datenbank
Die basis wien hat sich zur Aufgabe gemacht, schwerpunktmäßig der jüngeren, aktuellen Kunst zu Öffentlichkeit zu verhelfen. Das basisarchiv:kunst versteht sich in seiner Dokumentationstätigkeit nicht als reines Archiv, sondern versucht eine digitale Plattform zu schaffen, die es gerade auch jungen Künstlern ermöglicht, ihre Werke und Projekte zu publizieren.
Die Struktur dieser nun vorliegenden Datenbank wurde von der basis wien, gemeinsam mit Programmierern entwickelt. Mit der Fokussierung auf KünstlerInnen-Biographien und der Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit unseren RedakteurInnen eigene Websites zu gestalten, setzen wir den Schwerpunkt auf die Dokumentation künstlerischer Praxis in ihrer jeweiligen individuellen Entwicklung.
Der freie demokratische Zugang rückt auch jene Kunstschaffenden ins Feld der Wahrnehmung, die nicht im medialen Verwertungskarussell kreisen. Denn ungeachtet der unterschiedlichen Werkbegriffe oder Rezeptionsvorlieben: Die Bedeutung des Betriebssystems Kunst, die Relevanz von Netzwerkarbeit, von Produkt- und Informationsdistribution ist mittlerweile wohl unumstritten. Kunst ist ein arbeitsteiliges Produkt geworden. Künstler bewegen sich heute in komplexen ineinandergreifenden institutionellen und medialen Strukturen. Nie war Öffentlichkeit (scheinbar) so leicht zu haben. Massenmediale Produktionskontexte sind theoretisch für alle und für immer weniger Geld zu haben.Trotzdem oder gerade deswegen würde wohl niemand behaupten, dass Künstlerkarrieren durchgängig rational nachvollziehbar sind oder sich rein objektiven Wertigkeiten verdanken.Wir erliegen nicht der Illusion, durch unsere Dokumentationstätigkeit objektive Wertsysteme zu etablieren. Was uns wichtig ist und was das relationale Prinzip des Archivs durch die Vielzahl der Abfragemöglichkeiten schafft, ist Transparenz: Transparenz, die durch Nutzung neuer Informationskanäle künstlerische Arbeit sichtbar macht.
Die neuen Technologien nähren täglich die Illusion der ständigen Verfügbarkeit jeglicher Information zu jeder Zeit – bis hin zur Auflösung in die Virtualität und eine damit verbundene Fiktion der endlosen Steigerung von Quantität und Qualität aller Produktionsbereiche. Doch mit jedem Anwachsen der Informationsgigabytes wächst auch die Unübersichtlichkeit und die Irritation bei den UserInnen bezüglich Bedeutung und Qualität angebotener facts and figures.
Für das Archiv der basis wien stehen vor dem Hintergrund dieser nur grob skizzierten Entwicklungen zwei Kernfragen im Mittelpunkt der Arbeit: Wie kann über die vielfältige Kunstproduktion innerhalb eines äußerst heterogenen institutionellen Feldes aktuell über Kunst informiert und dabei gleichzeitig ein dokumentierender und archivarischer Prozess entwickelt werden, dessen Resultate – die verbleibenden Gebilde gespeicherter Information – auch in Jahrzehnten noch Gültigkeit besitzen? Wie können, neben der Absicht, aktuell über Kunst zu informieren, “Kriterien einer Ordnung” entwickelt werden, die auch nachvollziehbar bleiben? Entlang dieser Fragestellungen arbeitet das Team der basis wien sowohl am Archivierungssystem der physisch vorhandenen Materialien als auch an der dynamischen interaktiven Struktur der Datenbank.
Eine ausführliche Beschreibung der Datenbank finden Sie im Text Die Datenbank der basis wien
English