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Quasi ein Genie. Helmut Qualtinger (1928 - 1986)

Programm: Quasi ein Genie. Helmut Qualtinger (1928 - 1986). 2003

02.10.2003 - 06.01.2004

Wien Museum, Wien / Österreich (venue)

Einen "zersetzenden Österreicher“ nannte ihn Hans Weigel, von einem "furchtbar geselligen Menschen“ spricht Vera Borek, die mit ihm verheiratet war. Begrifflich scheint Helmut Qualtinger nur fassbar zu sein, wenn man die Paradoxien und Widersprüche mitdenkt, die dieser vielseitige Kabarettist, Volksschauspieler und Schriftsteller in sich trug. Er war eine "grantige Instanz“ und "Pessimist ohne Pathos“, ein "Virtuose des Unbehagens“, ein Irreführer und Spieler, dessen angebliche Gemütlichkeit immer düster grundiert war.... Qualtinger: eine umstrittene öffentliche Figur, eine "Legende zu Lebzeiten“, ein "Original“, ein "Ur-Wiener“ (was immer das ist!), "ein Gesamtkunstwerk“, "DAS österreichische Antlitz“ (Franz Schuh).

Qualtingers Werk und Erscheinungsbild war und ist vielschichtig und chamäleonhaft. Ziel der Ausstellung ist es, in unterschiedlichen Annäherungen die vielen Gesichter des Künstlers zu zeigen. Typisch für Qualtingers Nachruhm ist etwa, dass Wien voll mit Menschen ist, die ihn angeblich gut gekannt haben, obwohl die joviale Geselligkeit nur die äußere Schutzschicht eines Melancholikers gewesen sein dürfte. Der Titel "Quasi ein Genie“ spielt auch darauf an, dass das Multi-Talent Qualtinger ein Unvollendeter blieb.



Einerseits präsentiert die Ausstellung die wichtigsten biografischen Abschnitte des 1928 in Wien geborenen Rollenspielers, der von sich einmal sagte, sein eigentlicher Beruf sei "Menschenimitator“. Wichtige Abschnitte werden etwa der Zeit der Wiener Kleinkunst-Bühnen der Nachkriegsjahre und der Kabarett-Ära ("Spiegel vor’m Gsicht“) gewidmet sein, in der Qualtinger zu einer Art Wiener Popstar wurde. Weitere biografische Stationen gelten dem zentralen Werk "Der Herr Karl“ und dem zu wenig bekannten Schriftsteller Helmut Qualtinger. Die Ausstellung versucht aber auch, Qualtinger phänomenologisch nachzuspüren: "Quasi persönlich“ heißt eine Station über den "privaten“ Qualtinger, "Quasi ein Wiensüchtiger" ein Abschnitt zu Qualtingers gebrochenem Verhältnis zur Stadt Wien – dargestellt am Beispiel der Beziehung zum Wiener Prater (einem Sammlungsschwerpunkt der Museen der Stadt Wien, die auch ein "Pratermuseum“ betreiben!). Auch die Qualtinger-Spezialität der "practical jokes“, mit denen er Freunde brutal in die Irre führte, wird nicht fehlen.

Die Schau, die gemeinsam mit dem Thomas Sessler Verlag entwickelt wird, enthält zahlreiche Film- und Fernsehdokumente, Lebensdokumente und Kuriosa unter anderem aus dem Nachlass, der sich in der Handschriftensammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek befindet. Viele prominente Qualtinger-Spezialisten werden am Rahmenprogramm mitwirken.

Der von Arnold Klaffenböck, Alexandra Hönigmann, Wolfgang Kos und Ulrich Schulenburg herausgegebene Katalog erscheint im Verlag Deuticke.

KuratorInnen-Team:
Alexandra Hönigmann
Michaela Lindinger (Koordination)
Aline Ehrenfried
Arnold Klaffenböck
Walter Öhlinger
Christiane Rainer
Maria Teuchmann

Vortrag: Sergej A. Wolkow: Die Progessive Vokalisierung in der frühen und mittleren Schaffensperiode Helmut Qualtingers

[https://www.wienmuseum.at/ (15.07.2019)]

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last modified at 15.07.2019


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