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Martin Vesely. Das Ursprüngliche

Martin Vesely: Felsnekropole Norchia, 2005

11.01.2006 - 28.02.2006

Österreichisches Kulturforum, Berlin / Deutschland

1) Ursprüngliches kann sich nur selten unverfälscht zeigen, verdeckt oder teilweise verschüttet liegt es unter der Oberfläche (in einem "konserviertem" Zustand). Die Ganzheitlichkeit der Dinge lässt sich daher gar nicht oder nur sehr schwer zusammensetzen. Einmal freigelegte "Ruinen" sind durch die Faktoren Zeit und Licht automatisch dem Verfall preisgegeben. Die Bilder Tivoli und Pasterzenkees sind nur mehr jeweils als Skelett eines ehemals Vorhandenem zu verstehen. Obwohl Illusionen sichtbar gemacht werden können und damit ein Verlust der ursprünglichen Aura einhergeht, zeigt sich das Paradox, dass sich Raumfragmente nach wie vor eingehüllt zeigen.... Dieses nicht offen Daliegende könnte der Boden für das Phänomen “des sich Offenbarens” sein. Das sich den Sinnen, nur zu einem bestimmten Zeitpunkt, Zeigende, aus der Tiefe Emporgestiegene lässt jeweils ein Erkennen neuer (Teil)Zusammenhänge zu. Älteres schon Fixiertes kann dabei durchaus wieder seine Gültigkeit verlieren.

2) Galt es in den Arbeiten „Hawaii 01“ und „Hawaii 02“, 2002, zum ersten Mal eine bewusste Auseinandersetzung mit dem Begriff des „Auratischen“ zu suchen, diese Athmosphere eines Ortes zu einem bestimmten Zeitpunkt mit dem Medium Photographie (8x10 inch) festzuhalten, haben nun meine Konfrontationen mit Raum und Zeit zusätzliche Dimensionen erhalten, nämlich die des Lichts und der Geschwindigkeit. Inbesondere durch das Großformat ist es mir möglich geworden ein relatives maximales Licht auf dem Negativ festzuhalten. In meinen neuesten Arbeiten soll daher der mitunter ausschließlich gewählte Zeitpunkt kurz vor/während des Sonnenauf- oder Untergangs es mir ermöglichen, dieses „relative maximale Licht“ mit langen Belichtungszeiten einzufangen. Zugleich handelt es sich auch um die längste Strecke, die der Lichtstrahl durch unsere Athmosphere zurückzulegen hat. Dieses im Moment sichtbar gewordene rote (gebrochene) Licht soll ein wesentlicher Bestandteil meiner Bilder sein.
Nimmt man nun die Begriffe der „allgemeinen Ökonomie“ [*1], sowie die der „kinetischen“ [*2] und der „kinematischen“ [*3] Energie, stellt sich mir die Frage, was das Licht zu transportieren vermag, die mitunter unser Sein begründen. Wissend niemals ausreichend in die Dimension der Physik, der Mathematik, also in die Welt der Wissenschaft eintauchen zu können, sind dies trotzdem mir immer bedeutsamere Vektoren geworden.
Abschließend stellt sich die Frage nach der Möglichkeit der Umsetzung einer (bildhaften) Darstellung (“Island Frontier”, “Liverpool/Belfast”, 2004) eines universellen Netzplanes, jeweils in einzelne Teile (Punkte, Verbindungen, Kreise) gesplittet und in einer Ausstellungssituation als mögliches “Ganzes” wieder zusammengeführt.

[*1] Georges Batailles „Aufhebung der Ökonomie“
Jedes organische Wesen bekommt von der Sonne mehr Energie zur Verfügung gestellt, als es zum täglichem Leben benötigt, es wächst bis es an seine Grenzen stößt, um diese dann nutzlos weiterzuleiten. Formen davon sind Krieg, Luxus, Sexualität etc.........
[*2] Lehre von der Bewegung durch Kräfte (Phys.)
[*3] sich aus der Bewegung ergebend (Phys.)

(Martin Vesely)

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