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Heimo Zobernig*Klub Zwei*Roland Kollnitz*Stef Burghard

Heimo Zobernig*Klub Zwei*Roland Kollnitz*Stef Burghard. 2003

14.11.2003 - 30.01.2004

Rakouské kulturní fórum Praha, Praha / Ceská Republika

Das Österreichische Kulturforum stellt in einer Reihe von Projekten die zeitgenössische österreichische Kunstszene vor, ihren institutionellen Hintergrund, ihre Galerien, Schulen und bedeutenden Persönlichkeiten. Diese Ausstellung ist die erste einer neuen Serie und präsentiert, wie aus dem ironischen Untertitel hervorgeht, das „pädagogische Personal“ der Bildhauerschule der Wiener Akademie der Bildenden Künste, ihren Professor, die Assistenten und Studenten. Heimo Zobernig hat in der zeitgenössischen Kunst international eine sehr starke Position inne, 1990 löste er in der Schule für textuelle Bildhauerei Michelangelo Pistoletti ab.... In Prag stellte Heimo Zobernig schon 1990 gemeinsam mit Franz West in der Galerie der Hauptstadt Prag aus, drei Jahre später entwarf er für die Nationalgalerie ein Projekt, das für das Agneskloster bestimmt war – einen Tisch mit zwölf Stützen, mit Sand bedeckt, inspiriert von jenen Sandkästen, die einst zur Planung militärischer Strategien bestimmt waren.

Heimo Zobernig repräsentiert heute in der österreichischen Kunst die radikal „formalistische“ Strömung, die sich mit der Analyse dessen beschäftigt, was Kunst ist: ihre Sprache, ihre Struktur und die Mechanismen, mit denen sie dem Publikum vorgeführt wird. Zobernigs Auffassung durchbricht die Exklusivität der Kunst und schiebt sie immer weiter an den Rand ihrer traditionellen Bestimmung, wo wir nicht mehr fähig sind, solche Objekte und Skulpturen überhaupt als Kunst wahrzunehmen. Unsere herkömmliche Definition von Kunst wird angezweifelt, wir begeben uns in die Nähe von Architektur und Design. Im Spiel ist hier nämlich gewöhnliches, standardisiertes Material, das zumeist in der praktischen Welt verwendet wird, und permanent auf die weiteren Zusammenhänge hinweist, in denen sich die heutige Kunst bewegt.

Dieser analytische Standpunkt wird zumeist mit der Philosophie Ludwig Wittgensteins in Zusammenhang gebracht, sowie mit dem Funktionalismus, dem Minimalismus und der Wiederbelebung des Modernismus in den 1990er Jahren. Im tschechischen Kontext ist dies ungewöhnlich, da die wirkliche Kunst in der totalitären Zeit außerhalb der offiziellen Institutionen existierte und andere subversive Funktionen zu erfüllen hatte, als die Analyse der eigenen Sprache.

Zobernigs Einfluss auf seine eigene Generation war bedeutend. Seine Schüler und Assistenten wiederum setzen die analytische Bildhauerei bereits im veränderten Kontext der heutigen Zeit um. Sie setzen ihre Interventionen in verschiedene Umgebungstypen, suchen neue Methoden der minimalistischen Ausdrucksweise und neue Formen zur „Reinigung des Raumes“, die für die Gegenwart adäquat sind.

(Pressetext: Jirí Ševcík)

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last modified at 05.04.2006


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