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Adriana Czernin, Werner Feiersinger, Gregor Zivic c/o Galerie Martin Janda

Gregor Zivic. 2004

22.10.2004 - 12.10.2004

Galerie Martin Janda, Raum aktueller Kunst, Wien / Österreich (organisation)
Rakouské kulturní fórum Praha, Praha / Ceská Republika

In der bisher sechsten Ausstellung in diesem Jahr werden im Österreichischen Kulturforum Prag eine bekannte Wiener Galerie und drei ihrer Künstler vorgestellt. Die Galerie Martin Janda / Raum Aktueller Kunst wurde 1992 als alternativer Ausstellungsraum gegründet, der in den folgenden Jahren zu einer regulären Galerie wurde. Seit 1999 ist sie in der Eschenbachgasse zu finden, unmittelbar in der Nähe der Wiener Secession, der Akademie der bildenden Künste, des Kunsthistorischen Museums und des Museumskomplexes (sog.... Museumsquartier) der das Museum Moderner Kunst, die Kunsthalle und das Leopoldmuseum umfasst. Dieses Gebiet im Zentrum Wiens wurde zum Ort sehr aktiver kultureller Kommunikation, von Diskussionen, Vorträgen und Kunstpräsentationen. Das Programm der Galerie Janda enthält aktuelle Kunst im internationalen Kontext und repräsentiert Menschen, die im weitesten Sinne soziale, politische und kulturelle Aspekte der gegenwärtigen Kunstproduktion berühren.

Adriana Czernin, Werner Feiersinger und Gregor Zivic gelang bereits in den 1990er Jahren sowohl in Österreich als auch international der Durchbruch in der Kunstszene und sie gehören heute zu jenen bedeutenden Persönlichkeiten, deren Gegenwart immer augenscheinlicher wird. Die drei zur Zeit in Wien wirkenden Künstler bieten eine außergewöhnliche Konstellation dreier künstlerischer Medien – Malerei, Fotografie und Skulptur.



Adriana Czernin schuf innerhalb von zehn Tagen hier vor Ort ein an den historischen Raum des Österreichischen Kulturforums angepasstes Werk. Die subtile Zeichnung in der Krümmung einer barocken Nische ist ihre typische Projektion beklemmender Gefühle und einer zwanghaft wiederkehrenden Vorstellung: auf den ersten Blick könnte es so wirken, als verschwimme der Körper der Künstlerin in idyllischer Weise mit der dekorativen Schönheit floraler Ornamente; in Wirklichkeit versucht sie, daraus zu entkommen und so ihr ästhetisches Korsett loszuwerden. Das wirkungsvolle Paradoxon ihres Werkes ist, dass der Prozess der Befreiung scheinbar von einem außergewöhnlich arbeitsintensiven und beinahe psychotherapeutischen Verfahren der zarten Zeichnung mit Farbstiften, diesmal auf der weißen Fläche einer Wand, verdeckt und maskiert wird.



Werner Feiersinger bewegt sich auch nur auf den ersten Blick im eindeutigen Raum der minimalistischen Bildhauerei, in der Gegenstände und Material einzig und allein das sind, was sie wirklich sind, ohne Metaphern und überflüssiges Erzählen. In Wahrheit haben seine eigenartigen Skulpturen eine verwirrende, verunsichernde Zweideutigkeit. Oft sehen sie aus wie funktionale Gegenstände, sie erinnern an moderne Architektur, Design oder Gebrauchsgegenstände, ihre Funktion jedoch ist fiktiv. Feiersingers Skulpturen könnten eine Reaktion auf die Überproduktion dieser Zivilisation sein, die unsere Visualität überschüttet und gleichzeitig sind sie ironische Kommentare zur Kunst in ihrer Exklusivität. Ihr Paradox beruht darin, dass sie größtenteils die objektive Sachlichkeit der Gegenstände und ihre Neutralität bewahren, gleichzeitig aber ihr Innenleben beibehalten.



Ein komplexes Innenleben haben auch die Fotografien Gregor Zivics. Sie spielen sich im minimalen Raum seines Ateliers ab, das durch den Künstler permanent verändert wird. Seine ständige Rekonstruktion ist kein formales, ästhetisches Spiel, sondern immer mehr ein Abbild der Welt unseres Unterbewusstseins und seiner persönlichen Erinnerungen, Träume und gespenstischen Erlebnisse. Der Autor tritt darin als Hauptdarsteller in zahlreichen Verkleidungen auf, als Mann von der Tankstelle, als Frau, Kind, Mörder, manchmal auch in doppelter Abbildung. Hineingezogen in diesen Raum werden gleichzeitig auch seine Bilder und Andeutungen auf die Welt der Kunst und ihre bekanntesten Repräsentanten. Der ureigenste Ort des Lebenskampfes des Künstlers, das Atelier, wird am Ende eins mit seinem eigenen Innenleben und mit den Innenräumen seiner Bilder. Erst in einer doppelten Spiegelung kann man das künstlerische Werk in seinem komplexen Zusammenhang erkennen.

Kurator: Jirí Ševcík

(Pressetext: Jirí Ševcík)

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last modified at 05.04.2006


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