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Gabriele Kutschera. Zeitlinien

Einladung: Gabriele Kutschera. Zeitlinien. 2008

03.10.2008 - 26.10.2008

Künstlerhaus, Wien / Österreich

ENTWURF FÜR DAS PROJEKT 2OOO

Peter Hoeg spricht in seinem Roman ,,Plan von der Abschaffung des Dunkels" von linearer und cirkulärer Zeit.

Er meint im Begriff Zeit liegt die Einheit von Bewegung und Unveränderlichkeit. ,,Um Zeitwahrnehmen zu können und von ihr zu sprechen muß man merken, daß sich etwas veränderthat, - und man muß merken, daß es hinter dieser Veränderung etwas gibt, das schon vorherda war" (Zif. Ende).

Im individuellen Sinn bezieht sich lineare Zeitwahrnehmung auf die beiden Pole Geburt und Tod.... Dazwischen vollzieht sich Leben als bewußt erfahrener Zeitlauf, bestimmt durch Bewegung, Veränderung.

Das Erkennen von linearer Zeit hat die Zeitmessung hervorgebracht, - als Orientierungshilfeund Ordnungsprinzip im Umgang mit cirkulärer Zeit, die nur als 4. Dimension, als unendlicherRaum vorstellbar ist.

Kein Jahrhundert zuvor hat eine derartige Fülle von zeitmaximierenden Technologien entwickelt,was zu einer enormen Beschleunigung in allen Lebensbereichen geführt hat.

In der linearen Zeitwahrnehmung erscheinen 2 Haltungen beobachtbar: die eine, die sich ausschließlich mit dem Davor und Danach befaßt, also Gegenwart außer Acht läßt, - die andere, die sich ausschließlich um das Hier und Jetzt dreht und die Konsequenzen des in die Tat gesetzten unberücksichtigt läßt.

Eine symptomatische Aussage unseres Jahrhunderts ist: ,,Wir haben keine Zeit". (Kurioserscheint grundsätzlich die Vorstellung, daß Zeit etwas sei, dessen man je habhaft werdenkönnte.)

Meine Arbeit stellt den Versuch dar, die Gleichzeitigkeit von Bewegung und Unveränderlichkeit zu materialisieren.
In der Gleichförmigkeit der Wiederholung und in der Verschiedenheit der einzeln ausgeführtenElemente könnten beide Zeitauffassungen manifest werden.
Die Installation besteht aus 50 gleich ausgeschmiedeten Elementen, die Bestandteil allermeiner Arbeiten sind. Ihnen gegenübergestellt werden 50 unbearbeitete Vierkantstäbe (Globen), die Ausgangsmaierial der ausgeformten Zeitelemente sind. Die Schmiedetechnik mitihrer stark rhythmusbestimmten Arbeitsweise, mein ,,Modul", die Querschnittveränderung,scheint mir geeignet, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Teil des Projektes ist die Tatsache, daß ich alle 50 Elemente selbst ausführe, da ich darin eineÜbung sehe, die konsequent das Thema Zeitwahrnehmung auch in subjektiver Hinsichtinterpretiert. Jedes Element ist mit einer eingestempelten Ziffer (von 1 bis 50) versehen, diejede Beliebigkeit in der Reihenfolge der Aufstellung verhindern soll.

Am 16. September 2000 werde ich 50 Jahre alt.

[Quelle: http://www.k-haus.at/]

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