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talk talk. Das Interview als künstlerische Praxis

Einladung: talk talk. Das Interview als künstlerische Praxis. 2010

13.01.2010 - 06.03.2010

Galerie 5020, Salzburg / Österreich

Wir leben in einer Kultur des permanenten Geredes, der allgegenwärtigen Enthüllung und Kontrolle, des öffentlichen Geständnisses, der Verheimlichung von Aussagen und der Selbstinszenierung. Im Zentrum dieses Spektakels der systematischen Befragung und Mitteilung steckt letzten Endes eine der ältesten Kulturtechniken: das Interview. Dieses wiederum zeigt, dass Sprache, Rede, Gerede, Befragen, Bezeugen, Gestehen und Berichten in vielfältiger Weise mit visuellen Praktiken verschränkt sind. Es ist also nahe liegend, der Anwendung des Interviews innerhalb der zeitgenössischen Kunst nachzuspüren, um die gesellschaftlichen Grenzen zwischen Selbstentdeckung, Verhör, Zeugenschaft, Geständnis, Outing, Dialog und Verstehen auszuloten....

[Quelle: http://www.galerie5020.at]

Die Ausstellung wurde zuvor im Kunstverein Medienturm in Graz gezeigt (26.09.2009-28.11.2009)

Welche Rolle spielt in der Gegenwart das Interview als Kulturtechnik, als eine besondere Form und Methode des Erkenntnis- und Wissensgewinns? Welche Aufgabe kommt der Sprache, der Stimme im Rahmen eines überhandnehmenden, medial verstärkten und permanenten „Geredes“ zu, das ein zur unbeschränkten Zirkulation freigegebenes Wissen produziert? Haben damit „alle“ die Möglichkeit zu sprechen, eine Stimme zu bekommen, und auch gehört zu werden? Wird in Interviews ein Wissen produziert und in Umlauf gebracht, das sich den hegemonialen Diskursen widersetzen kann und dadurch eine nicht-zentralisierte politische Produktion ermöglicht, die auch Wirksamkeit entfalten kann?

Das Ausstellungsprojekt zeigt eine Reihe von Videoarbeiten, die alle in unterschiedlicher Weise in die oft als selbstverständlich hingenommene Konstellation von Frage und Antwort, Aktion und Reaktion, Investigation und Verteidigung intervenieren, sie überhöhen oder paraphrasieren, sie kritisch wenden oder als Produktion einer „Gegenöffentlichkeit“ umdefinieren.

Das Ausstellungsdisplay für insgesamt 26 Arbeiten versucht zum einen die visuellen, akustischen und textuellen Interventionen der einzelnen künstlerischen Arbeiten und deren strukturellen Eigenheiten erfahrbar zu machen, zum anderen aber auch den gemeinsamen Bildraum des Sprechens, des Gehört-Werdens und des Antwortens zu betonen – mithin einen Raum zu schaffen, in dem sich nicht alles angleicht, aber alles aufeinander verweisen kann, und der Einblicke gewährt, die für die aktuell geführten Debatten eines krisenhaften Systems wichtiger denn je erscheinen.

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