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Klaus Bartl

07.11.2009 - 14.03.2009

Kunstpavillon, Innsbruck / Österreich
Tiroler Künstlerschaft, Innsbruck / Österreich

Im Kunstpavillon ist von 7. November bis 23. Dezember 2009 eine Auswahl von Arbeiten zu sehen, die Klaus Bartl im Zeitraum der letzten sieben Jahre geschaffen hat. Der Fokus liegt auf den zuletzt entstandenen Bildern. In der Zusammenschau ergibt sich ein Einblick in das dichte Œuvre des Künstlers.
Die Entwicklung von einer Malerei, die von architektonischen Blickachsen ausgeht hin zu einer die – zwar nach wie vor architektonische Anleihen nehmend – den gesamten Informationsraum thematisiert, lässt sich in der Ausstellung und in dem anlässlich dieser Personale erschienenen Künstlerbuch nachvollziehen.... Das Hin- und Herzoomende, die Vielschichtigkeit und Gleichzeitigkeit, die Camouflage, wie Christoph Hinterhuber es nennt, sind kennzeichnend für die Arbeiten von Klaus Bartl.

Eine logische Entwicklung ist den Werken von Klaus Bartl inhärent. Frühere Bildfindungen tauchen in neuen Arbeiten wieder auf. Er verschränkt die Dinge und kehrt sie auch oftmals um. So entstehen Zeichnungen von Gemälden manchmal im Nachhinein. Skalierungen sind ihm ebenfalls ein wichtiger Aspekt: etliche Arbeiten existieren in groß und klein.
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Klaus Bartl, Große Zeichnung, 2009; Foto: Robert Fleischanderl
Seit circa fünf Jahren tauchen Buchstaben in Klaus Bartls Werken auf. Das Thema „Raum“, mit dem er sich zumindest seit seiner Studienzeit aus dem Blickwinkel der Architektur beschäftigt, erweitert sich so in „Informationsraum“ und wird dadurch unendlich. Wobei der Künstler bereits den architektonischen Raum, der in seinen Arbeiten dem Bildraum entspricht, als mit nahezu unendlicher Tiefe wahrnehmbar empfindet. Man sieht nur die Fassade, aber dahinter öffnet sich Raum um Raum. Der Verweis auf die Fläche, auf der die Malerei in der Realität stattfindet, das Gewahrsein dieser Tatsache wurde bis vor kurzem in den Gemälden immer wieder als Leerstelle, als rein weiße oder schwarze Fläche oder Raster klar definiert. Bei „Times“, 2009, 200 x 240 cm, einem Schlüsselwerk das erst kürzlich finalisiert wurde, aber an dem Klaus Bartl sehr lange gearbeitet hat, „kippt“ das Raster und erhält selbst eine räumliche Dimension. Der Titel der Arbeit „Times“ wurde einerseits wegen der zeitlichen Komponente und andererseits wegen der Typografie selben Namens, die eine der bekanntesten und meistverwendeten Schriftarten überhaupt ist, gewählt. Die zentralen Themen Zeit, Raum und Information greifen ineinander. Dass für die Grundstruktur von „Times“ ein monumentales Denkmal den Ausgangspunkt bildet, ist sekundär. Es ist dem Künstler wichtig, dass die Rezeption offen bleibt. Deutlich ist, dass es sich bei seinen Arbeiten um komplexe Gedankengebäude handelt. Die Beschäftigung mit (Schrift)Zeichen betreibt er exzessiv im Medium der Zeichnung. Erst bei näherer Betrachtung wird klar, dass einige der dichten, wie Diagramme entstandenen Blätter ausschließlich aus Buchstaben bestehen.
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Klaus Bartl, Citywalls, 2009; Foto: Robert Fleischanderl
Klaus Bartls Arbeiten können auf viele Weisen betrachtet und gelesen werden. Das liegt einerseits an der Vielschichtigkeit der Bilder an sich und der Quellen, die sie speisen, und andererseits an dem Paradoxon, das auch Christoph Hinterhuber in dem Gespräch, das die beiden Künstler miteinander geführt haben, beschreibt: Die Bilder – Hinterhuber nennt sie „Matrix-Bilder“ – haben trotz ihrer intensiven Materialität etwas, wo der Blick drüberstreifen kann und trotz der vielfältigen räumlichen Verschachtelungen wohnt ihnen die Leichtigkeit der Auflösung inne. Auflösungstendenzen lassen sich vor allem in den jüngeren Arbeiten feststellen. Durch diese vielen Schichten, Ebenen, Kodes und das Nebeneinander und das Viel an Zeichen taucht Leere auf [1], die aber auch etwas Befreiendes hat. Der Duktus wirkt stellenweise improvisiert und spontan und steht jenen Partien, die in höchster Präzision in feinsten Schichten lasierend übereinander gelegt wurden, gegenüber.

Anschauen!
Ingeborg Erhart

[Quelle: http://kuenstlerschaft.at/]

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