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Sissa Micheli. 28 changes of address – passage project & reconstructing an image

26.04.2011 - 01.05.2011

Künstlerhaus, Wien / Österreich

Passagegalerie
28 changes of address – passage project

Ausgangspunkt der eigens für das Künstlerhaus entstandenen Ausstellung der Künstlerin Sissa Micheli ist die Beschäftigung mit dem Thema Passage, das sie von verschiedenen Standpunkten her beleuchtet. Dazu greift sie markante Punkte aus dem Leben und Werk des Schriftstellers, Kunsttheoretikers und Philosophen Walter Benjamin auf und verknüpft diese mit dem Topos der Passage. So bezieht sich der Ausstellungstitel »28 changes of address – passage project« einerseits auf Walter Benjamins Biografie: während des zweiten Weltkrieges wechselt er aus Studiengründen, später um vor den Verfolgungen des Naziregimes zu fliehen, 28 Mal seinen Wohnort.... Andererseits verweist der Titel ebenso auf eines seiner literarischen Werke, das sogenannte "Passagen-Werk" (Arcades Project), in dem Benjamin sich u.a. auch mit dem Thema der Passage intensiv auseinandersetzt.
Benjamin lebt sieben Jahre im Exil. Nach der Besetzung großer Teile Frankreichs 1940 durch das Naziregime (darunter auch die Hauptstadt Paris) entschließt er sich aus Paris über Spanien per Schiff in die USA zu emigrieren. Mit diesem Unterfangen befasste sich Sissa Micheli in ihrem Atelier während ihres Aufenthaltes in Paris. Ein Boot aus Umzugskartons liegt symbolisch auf ihrem Bett. Dazu kombiniert sie Möbel aus Karton, eine Art Wiederherstellung von Benjamins prekärer Lage und Wohnsituation in seinem letzen Zimmer in Portbou in Spanien, wohin ihn seine letzte Reise bzw. Passage (the last passage) brachte. Ortswechsel und Reise interpretiert Micheli hier als Passage im Leben eines Menschen.
Das Passagen-Werk ist ein unvollendetes Projekt, an dem Walter Benjamin bis zu seinem Tod 1940 gearbeitet hat. Paris wird darin als die Geburtsstadt der modernen (Einkaufs)Passage beschrieben, von wo aus die Künstlerin ihr Werk entwickelt.
Mit dem Foto des Kartonbootes stellt die Ausstellung auch einen direkten Bezug zum Ausstellungsort Künstlerhaus her. Historisch gesehen stand das Künstlerhaus ursprünglich (um 1875) am Ufer der Wien.


Videogalerie
Reconstructing an image, 2008
Video, Farbe, Ton, Englisch, Loop

In ähnlicher Art und Weise nimmt Sissa Micheli auch in der Videogalerie konzeptuell auf die Situation des Raumes Bezug. Das ausgestellte " Einpersonenkino" verweist auf das nebenan gelegene Künstlerhauskino. In der dort gezeigten Arbeit "reconstructing an image" hält sie den Entwicklungsprozess der Fotografie fest, indem sie über das Polaroid als verschwindendes Medium reflektiert. Dabei fokussiert sie den Blick auf das Wechselspiel zwischen Film und Fotografie: Eine Videoprojektion zeigt, wie auf dem Schichtträger eines Polaroids ein Bild zum Vorschein kommt. Themen wie Vergänglichkeit und Absenz spiegeln sich in diesem Prozess wieder.

[Quelle:http://www.k-haus.at]

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last modified at 21.04.2011


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