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Vergangenes Begehren

15.10.2011 - 04.12.2011

Galerie im Taxispalais, Innsbruck / Österreich

In einer Zeit der beschleunigten Geschichte in Folge von gravierenden soziokulturellen Veränderungen, politischem Wandel oder auch technologischer Evolution wird die Rekonstruktion der eigenen Vergangenheit zur Basis einer fragilen Identität. Dabei stellt sich die Frage nach dem Unbewussten der Geschichte: Wie prägt das Psychische unsere historischen Erzählungen und das kollektive ebenso wie individuelle Gedächtnis?
Von dieser Frage ausgehend zeigt die Ausstellung VERGANGENES BEGEHREN zehn internationale Künstlerinnen und Künstler, deren Zugangsweisen sich von dokumentarischen und historiografischen Prinzipien deutlich unterscheiden, indem sie die persönliche Bedeutsamkeit von Geschichte ins Zentrum stellen.... Der Wunsch nach Identität und Selbstreflexion, der immer auch ein Wunsch nach Erinnerung und Geschichte ist, markiert dabei einen wichtigen Dreh- und Angelpunkt, weil er das Unbewusste mit dem Bewussten und das Individuelle mit dem Kollektiven verbindet.

Die Doppeldeutigkeit des Ausstellungstitels VERGANGENES BEGEHREN bezieht sich zum einen auf das für die gegenwärtige Gesellschaft so prägende Verlangen nach kollektiven historischen Erzählungen wie auch persönlicher, subjektiver Erinnerung. Zum anderen zielt der Titel auf die Verstrickung des Einzelnen in die Geschichte, die in Bauwerken, Fotografien, Archiven, Denkmälern und Monumenten, aber auch in Gedenk- und Erinnerungsritualen festgeschrieben ist.
Entsprechend kreisen die in der Ausstellung gezeigten Werke um drei zentrale Themenfelder: um Architektur- und Gedächtnislandschaften, die als Träger und Vermittler von Geschichte auftreten und zugleich Ausdrucksformen der Psyche vergangener Generationen sind; um die Gedächtnismedien Fotografie und Film sowie um traumatische Geschichtsmomente, die in unterschiedlichen Formen immer wieder in das Gegenwartsbewusstsein vordringen. Die spezifischen Perspektiven der Künstlerinnen und Künstler, die in der Ausstellung fotografisch, filmisch, zeichnerisch ebenso wie skulptural und räumlich-szenografisch umgesetzt sind, ermöglichen dabei einen kulturell differenzierten Blick auf die Psychologie von Geschichte und Erinnerung.

[Quelle: http://www.galerieimtaxispalais.at/]

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