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Infinite Nature

13.03.2011 - 03.04.2011

Verein FLUSS, Niederösterreichische Fotoinitiative, Wolkersdorf / Österreich

Das Phänomen, dass einerseits Natur immer mehr verschwindet, weil wir sie zerstören, obwohl wir sie brauchen und wertschätzen, und dass sie andererseits immer mehr durch eine künstliche Natur in vielschichtiger Ausprägung ersetzt wird, ist das Anzeichen eines veränderten Naturverständnisses, Natur wird heute im wahrsten Sinne des Wortes „produziert“. Künstliche Natur bestimmt unseren Lebensraum in zunehmendem Maße. Landschaft, so weit das Auge reicht. Die konstruierte bzw. die künstlich generierte Natur ist fast schon authentischer geworden als die reale.... Sie ist ein typisches Phänomen unserer Zeit. Wir existieren in einer Welt aus zweiter Hand und nehmen dies kaum wahr. Die Grenze zwischen Natürlich- und Künstlichkeit verschmilzt immer mehr, die Täuschung ist perfekt: Künstliches sieht aus wie „echt“. Natürliches wirkt künstlich. Die Illusion der künstlichen Natur wird zum Sinnbild der echten.

Zum einen entstehen Kulturlandschaften, häusliche und urbane Ersatznatur, die pflegeleicht, kontrolliert und begrenzt gehalten werden können, zum anderen werden Naturimitate aus artifiziellen Materialien hergestellt. Landschaftsimages können in wenigen Minuten am Computer mittels digitaler Bildbearbeitung nach subjektiven bzw. kollektiven Vorstellungen von Idylle hergestellt und unendlich reproduziert werden. Internetspiele und andere Software bieten fertige virtuelle Landschaften. Auch an den Mechanismen der Werbe-, Tourismus- und Entertainment-Industrie, die Bilder von „idealen“ Landschaften in Umlauf bringt, lässt sich der veränderte Naturbegriff ablesen. Mit den Mitteln der Verführung wird die menschliche Sehnsucht nach Idylle, Orientierung, Geborgenheit und Sicherheit in einer bedrohlichen Welt geweckt, indem Zufluchtsorte angeboten werden; durch andere idealisierte Bilder wird die Lust auf Abenteuer und Exotik stimuliert. In der Verdrängung der Realität nehmen wir diese Welt nur allzu oft gerne an. Dieses Phänomen eines durch Naturimitation veränderten Naturbegriffs reflektieren zeitgenössische Foto- und VideokünstlerInnen und stellen dabei neue Fragen nach Existenzbedingungen, Überlebensmodellen, Sehnsüchten, Identität. Gezeigt werden Positionen aus den Bereichen Foto-, Video- und Internetkunst mit der Erweiterung in die Medien Installation, Grafik und Objekt.

[Quelle: http://www.fotofluss.at/]

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zuletzt geändert am 19.12.2011


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