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Aussicht kann durch Ladung verstellt sein

Einladung: Aussicht kann durch Ladung verstellt sein. 2012

20.04.2012 - 09.06.2012

Kunstverein Medienturm Graz, Graz / Österreich (venue)

Für dieses Projekt experimentieren Nicole Six und Paul Petritsch mit all den Dingen, die sich in ihrem Besitz befinden: Gegenstände, die entweder für den Alltag notwendig oder Resultat ihrer Arbeit sind, auch wenn sie unnütz erscheinen. Zahnbürsten, Bücher, Computer, Betten, Tische, Stühle, Kleidung, Autos, aber auch Wohnungsschlüssel, Kontokarten oder Reisepässe werden in den Räumlichkeiten des Kunstverein Medienturm zu einem Gesamtvolumen geschichtet. Ihre ursprüngliche Funktion wird aufgehoben, sie werden in einem Bestandsverzeichnis gelistet und in skulpturaler Form öffentlich gemacht.... Durch das Aufnehmen des Bestands, den Transfer und die performative Neuordnung wird die Medialität der Dinge erkennbar.

Nicole Six und Paul Petritsch konfrontieren die Besucher/innen mit einem System ihrer Dinge. Wie beschreiben diese das Leben ihrer Protagonisten? Gewöhnlich ordnen sich beispielsweise Möbel entlang einer Achse, die den regelmäßigen Ablauf des Tages und symbolisch die Anwesenheit der Bewohner/innen versinnbildlicht. Die Ausstellung ordnet den gesamten Besitz der Künstler/innen nach anderen Kategorien.

„Die Wohnung, das Milieu, die Gegenstände, mit denen sich ein Mensch umgibt, verraten fast alles über ihn", bemerkte Jean Baudrillard vor knapp 40 Jahren in seinem Buch „Das System der Dinge“. Darin deutete er die uns umgebenden, hergestellten Dinge als geschlossenes Zeichensystem: als eine Scheinwelt des Konsums, in der Wunsch und Ware untrennbar miteinander verknüpft sind. Baudrillards Text analysiert anhand einer Wohnungseinrichtung, wie sich Gegenstände entwickelt haben und sich je nach Bezugsystem verändern: Einrichtungen und die darin lebenden Menschen sind ein komplexes Ökosystem, sie passen sich einander an.

Möbel und Gegenstände personifizieren aus dieser Sicht die menschlichen Beziehungen. Die reelle Dimension der Dinge sei einer moralischen unterstellt. Wesen und Dinge sind so miteinander verbunden und nehmen in dieser heimlichen Übereinkunft eine Innigkeit, einen affektiven Wert an, den man traditionellerweise als ihre „Präsenz" bezeichnet.

Im Kunstverein Medienturm überschreiten die Künstler/innen die Zäsur zwischen Innen und Außen. Ihre formelle Gegenüberstellung der Dinge und der Besucher/innen stellt das Eigentum unter sozialen und psychologischen Vorzeichen zur Diskussion.

[Quelle: http://www.medienturm.at/]

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last modified at 21.12.2012


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