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Aneignung der Gegenwart

06.10.2012 - 24.02.2013

Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, Leipzig / Deutschland

An der Schnittstelle von Erinnerung und Fiktion, Dokument und Narrative befasst sich die Ausstellung mit Verschiebungen in der Wahrnehmung, Darstellung und Interpretation von Lebenswirklichkeiten. Gemälde, Fotografien, Objekte, Audio- und Videoinstallationen bilden einen Parcours, der sowohl Fragen nach individueller und kollektiver Selbstbestimmung als auch nach gesellschaftlicher und politischer Determination hervorruft.
Viele der präsentierten Arbeiten wurden in den letzten Jahren mit Unterstützung des Förderkreises der GfZK erworben (Tina Bara/Alba D’Urbano, Dora García, Tilo Schulz) oder sind durch Schenkungen der KünstlerInnen (Kristina Leko, Isa Rosenberger) in die Sammlung gelangt.... In Ergänzung dazu zeigt die Ausstellung Leihgaben von Mandy Gehrt, Sven Johne und Ioana Nemes. Der Titel bezieht sich damit auch auf die Sammlungstätigkeit selbst, die auf die Herstellung von immer neuen Bezügen zwischen einzelnen Werken, zum konkreten Sammlungszusammenhang und zum Hier und Jetzt abzielt.
Sammlungen bringen verschiedene Ordnungssysteme hervor und sind selbst Gegenstand der Reflexion (Carola Dertnig, Olaf Nicolai). Ein Großteil der Arbeiten steht in engem Zusammenhang mit den Ausstellungen, den Kunstpreisen und KünstlerInnenstipendien der GfZK. So geht es häufig um kontextbezogene Themen, um die ostdeutsche Vergangenheit, die deutsch-deutsche Teilung und die individuelle und allgemeine Tragweite der Transformationsprozesse (Dorit Margreiter, Ilya Kabakov, Sven Johne, Peter Riedlinger). Grenzgänger (A. R. Penck, Blinky Palermo, Imi Knoebel, Erasmus Schröter), aber auch dokumentarische Ansätze (Bergemann, Thomas Struth, Bernd Cramer) verdeutlichen diesen Übergang. Auch die Produktionsbedingungen (Carlfriedrich Claus, Neo Rauch) sowie gesellschaftlich und ideologisch geprägte Menschenbilder und Geschlechterrollen (Mandy Gehrt, Rosemarie Trockel) spielen immer wieder eine wichtige Rolle. Als Ergebnis der bewussten Erweiterung der anfänglichen Bestände spiegelt sich das Interesse für letztere in der wachsenden Zahl der Werke von Künstlerinnen in der Sammlung wider.
Die Verknüpfung von Werken aus den Jahren vor und nach 1989 macht relevante Betrachtungsperspektiven auf. Erlebte und rekonstruierte Einzelschicksale, Zukunftsentwürfe, Ideologien und Utopien, Bestandsaufnahmen der Stagnation und des Neubeginns bilden vielfältige inhaltliche Querverweise. Unterschiedliche, zum Teil humorvolle Ansätze im Umgang mit Materialien und Narrativen lassen sich ebenso beobachten wie konzeptuelle und formalästhetische Festschreibungen.

[Quelle: Einladung]

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last modified at 29.01.2013


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