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Channeling - The Medium Leaves A Message

29.01.2014 - 05.02.2014

VIERTELNEUN Gallery, Wien / Österreich

Die Ausstellung setzt eine mystische und medienreflexive Kontextualisierung künstlerischer Arbeiten und behandelt die Frage der Ausformung zeitgenössischer künstlerischer Strategien in einer Epoche des Bild- und Informationsexzesses.

Aktuelle Debatten um die Prism-Affäre, die algorithmische Auswertung von Big Data, aber gleichzeitig eine verbreitete Euphorie über barrierefreies Wissen und die Zugänglichkeit zu Technik, Bildern, Musik sowie Programmierwerkzeugen durch Open-Source Gemeinschaften spiegeln die Ambivalenz dar, mit der die Gesellschaft heute über medientechnologische Entwicklungen spricht.... Befinden wir uns im Zeitalter des Post-Human, in dem der Mensch mit seinen Bedürfnissen obsolet ist? Oder ist es die digitale und algorithmische Welt, die es dem Menschen erst ermöglichen wird, die Grenzen seiner Ausdrucksmöglichkeiten zu überwinden und ihm mit der Auswertung von Wahrscheinlichkeiten (Big Data) zum neuen Orakel wird?



Es zeigt sich, dass eine eindeutige Positionierung gegenüber der digitalen Revolution schwer möglich ist. Zu groß ist die Vermutung, Opfer eines auf maximalen Profit gierenden Systems zu sein und den suggestiven Tricks der Medien aufzusitzen. Allerdings wollen wir uns nicht den Vorzügen der Netztechnik entsagen, obwohl wir wissen, dass sie untrennbar von Nachteilen sind. Obendrein existiert eine Faszination für High-Tech Geräte, kalkulierbare Zukunftsprognosen und ihre wundersame Funktionsweise. Aus dieser Ambivalenz scheint das Phänomen eines Bedürfnisses nach Verzauberung, Mystik und sogar Esoterik durch Medien im Alltag und in der Kunst zu erwachsen.



Den ihr noch am Anfang des 20. Jahrhunderts zugeschriebenen entauratisierenden Charakter hat die moderne Technik so nicht erfüllt - ganz im Gegenteil. Die Täuschung der Sinne durch Überreizung, Simulation und Disassoziation ist zum Ursprung populärer Spektakelkultur geworden.



Heute sind wir aber schon einen Schritt weiter: Medien kreieren heute nicht mehr die Illusion.



Mit dem digitalen Wandel und tragbaren Gadgets ist heute der Mensch das Medium und dies zieht weitreichende Fragen mit sich.



Der Titel CHANNELING - THE MEDIUM LEAVES A MESSAGE ist ein Wortspiel, eine ironische Umformulierung des medientheoretischen Werks der Kanadier Marshall McLuhan und Quentin Fiore „The Medium is The Message (Massage)“ von 1967. In diesem und späteren Texten sind uns heute betreffende gesellschaftliche und kulturelle Turns vorweggenommen.

Im Zentrum dieser Text- und Bildcollage steht der Mensch mit seiner Sinneswahrnehmung und Körpererfahrung, seiner gesellschaftlichen Einbindung und Einbettung in die Kultur.



Beinahe 50 Jahre später hat sich auf der Grundlage dieser Gedanken ein Bilderkult entfaltet, der mit einer rasenden Geschwindigkeit produziert, rezipiert, archiviert, publiziert und wieder verliert.

Wie reagiert die Kunst darauf?



In der Ausstellung wird ein breites Spektrum medienkünstlerischer Haltungen gezeigt, die Bezug nehmen auf das postmoderne Erbe. Der Künstler zeigt sich als Medium, das Archivmaterial neu arrangiert, das seinen Anspruch auf Autorenschaft ablegt, das die Verzückung durch Kunst ironisch reflektiert, das einem Publikum eine Fläche der Partizipation bietet und die Gestaltungsprinzipien von Algorithmen nutzt.

[Quelle: www.viertelneun.com]

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last modified at 27.02.2014


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