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Birgit-Jürgenssen-Preisträgerin 2014: Jennifer Mattes

09.04.2014 - 13.04.2014

Akademie der bildenden Künste Wien, Wien / Österreich

Der mit 5.000 Euro dotierte Birgit-Jürgenssen-Preis wird heuer zum elften Mal im Gedenken an die ehemals an der Akademie lehrende Künstlerin Birgit Jürgenssen verliehen. Seit 2004 wird die Auszeichnung jährlich in einer Kooperation von Bundeskanzleramt, der Akademie der bildenden Künste Wien und Hubert Winter an eine Studentin oder einen Studenten der Kunstuniversität für Arbeiten im medialen Bereich, insbesondere unter Bedachtnahme auf Werke der künstlerischen Fotografie sowie der Video- oder (digitalen) Medienkunst vergeben....

Als Lehrende und als Mitglied diverser akademischer Gremien war Birgit Jürgenssen der Akademie der bildenden Künste Wien in besonderer Weise verbunden und bestimmte die Entwicklung des Hauses über Jahrzehnte entscheidend mit. Seit den frühen 80er Jahren war sie am Aufbau einer spartenübergreifenden Arbeitsplattform (Zwischenbereich Malerei/ Fotografie) im Rahmen der Meisterschule Arnulf Rainer und später der Klasse Peter Kogler beteiligt, wobei ihr bis zu ihrem frühen Tod der Umgang und der Kontakt mit den Studierenden im Rahmen ihrer Lehre ein zentrales Anliegen blieb.
Die Jury, bestehend aus Carola Dertnig, Peter Noever, Constanze Ruhm und Nicolaus Schafhausen hat den Birgit-Jürgenssen-Preis 2014 einstimmig Jennifer Mattes zuerkannt:

Die filmischen Arbeiten von Jennifer Mattes beschäftigen sich mit aktuellen, zeitge-nössischen Fragen von Bildproduktion und Bilderpolitik. Als Ressourcen dienen der 1982 geborenen Künstlerin fotografische Archive und aus dem Internet geladene Found-Footage-Fragmente. Zugleich richtet sie ihren filmischen Blick aber auch auf die sie um-gebende Welt, die sie in präzise kadrierten Einstellungen geduldig beobachtet, um in ihren Montagen neue und für den Betrachter vollkommen unerwartete Perspektiven zu entwerfen.
Sie erforscht, re-kontextualisiert und überschreibt Dokumente einer sehr aktuellen visuellen Kultur, die durch Motiv, Szenerie, Perspektive und Methode nach wie vor die Signatur der kulturellen Identität des Autors/der Autorin beinhalten, die von Mattes gewissermaßen appropriiert und umgewandelt wird.

Mattes reflektierte Auseinandersetzung mit sozialen Medien des Internets als einem theatralen, performativen Raum, in dem gesellschaftliche, kulturelle und ästhetische Veränderungen zur Sichtbarkeit gelangen; ihre Bezugnahme auf filmische Materialität und Filmgeschichte und ihre Beschäftigung mit den damit verbundenen Fragen weiblicher Repräsentation. Jennifer Mattes' Umgang mit dem Archiv als einem zeitgenössischen Reservoir, und ihre Fähigkeit, "Geschichten in und von flüchtigen Räumen" so zu erzählen, dass diese sich im Prozess des Erzählens beständig verwandeln, haben die Jury ein-stimmig überzeugt. Überzeugt hat letztlich auch ihre Entschlossenheit, der künstlerischen Autonomie in ihrer Arbeit besonderen Ausdruck zu verleihen - ein Anliegen das Birgit Jürgenssen zeitlebens herausgefordert hat.

Jennifer Mattes, geboren 1982 in Stuttgart, studiert Kunst und digitale Medien an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Constanze Ruhm. 2007 schloss sie das Studium Kommunikationsdesign im Bereich Film und Video in Stuttgart ab. Sie studierte u. a. bei Judith Barry, Diedrich Diederichsen, Harun Farocki und Christoph Dreher.

[Quelle: www.akbild.ac.at]

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last modified at 08.04.2014


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