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Igor Sacharow-Ross. Nicht gefiltert

17.04.2009 - 07.06.2009

Kunstraum Dornbirn, Dornbirn / Österreich

Die von Igor Sacharow-Ross im Kunstraum Dornbirn gezeigte Installation „Nicht gefiltert“
wird das Publikum in einer subversiven Art und Weise involvieren – sie werden Teil eines geruchsintensiven und fühlbaren Erlebnisses. In drei großen Wannen befinden sich drei unterschiedliche Kräuter, die jeweils im Wasser leise vor sich hin köcheln. Die entstehenden Dämpfe hüllen die gesamte Halle und ihre BesucherInnen in einen ungewöhnlichen Geruchsraum ein und öffnen eine neue räumliche Dimension der Erfahrung.... Durch die Dämpfe werden die BesucherInnen gereinigt und alle negativen Kräfte von einem im Raum hängenden schwarzen Stoff aufgefangen. Ein Rohr verbindet den Innen- mit dem Außenraum und verknüpft so die von Kräutern gereinigte Luft mit der den Kunstraum umgebenden Außenluft.

Igor Sacharow-Ross sieht seine Arbeit „Nicht gefiltert“ als ein Labor, welches auf mehreren Ebenen eine vielseitige und kodierte Grundstruktur hat, die sich durch die Montagehalle wie ein syntopisches Netz spannt. Die Dämpfe und die Klänge geben die Installation als eine Raumcollage wieder und sollen gemeinsam diese Rekonstruktionsprozesse im Gedächtnis
auslösen. Das Publikum wird bedingt zu ForscherInnen und EntwicklerInnen ihrer eigenen Informationen und ihrer eigenen Geschichte, welche die Natur in uns aktiviert hat. Die Natur um uns herum wird wieder erkennbar und erfahrbar.

Über den Künstler
Igor Sacharow-Ross wurde 1947 in Chabarowsk, Ostsibirien, dem Verbannungsort seiner Eltern, nahe der chinesischen Grenze, geboren. In den 1970er Jahren war er Mitglied der nonkonformistischen Kunstszene und wurde politisch verfolgt. Ab 1975 inszenierte er die ersten Aktionen und Performances in der damaligen UdSSR und wurde schließlich 1978 ausgebürgert.
Seine frühe Auseinandersetzung mit dem Naturbegriff ist von seinen Jugenderfahrungen in der sibirischen Taigalandschaft geprägt. Sacharow-Ross versteht Natur als das Wirkungsfeld von Urkräften, die gleichermaßen segensreich wie zerstörerisch sein können. Seit den 1980er Jahren hat Sacharow-Ross mit molekularen Strukturen wie Krebszellen und Blattformen gearbeitet. Bereits damals suchte der Künstler naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit jenen
geisteswissenschaftlicher Überlegungen zu verbinden. So hat sich die aktive Teilnahme der BesucherInnen vom extremen Körpereinsatz zu einem offenen Miteinander-Im-Prozess-Sein entwickelt, ohne jedoch ein greifbares Resultat einzufordern.

Kuratorin: Anna Karina Hofbauer, M.A.


[Quelle: www.kunstraumdornbirn.at]

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