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EXPERIMENT ANALOG. Fotografische Handschriften im Zeitalter des Digitalen

31.10.2014 - 14.12.2014

Eyes On - Monat der Fotografie Wien 2014, Wien / Österreich
Künstlerhaus, Wien / Österreich

Seit einigen Jahren ist bei Fotokünstlerinnen und -künstlern eine zunehmende Tendenz zur Verwendung analoger experimenteller Techniken erkennbar. Die anfängliche Euphorie über die digitalen Bearbeitungsprogramme hat sich gelegt, im kommerziellen Bereich sowie in der Amateurfotografie sind jene allerdings unverzichtbar. Es verwundert also nicht, wenn Kunstschaffende auf die speziellen Möglichkeiten analoger Techniken zurückgreifen, um ihren Bildern eine individuelle Handschrift zu verleihen. In Analogie zu „Slow Food“ könnte man manuell hergestellte als „langsame Bilder“ bezeichnen, benötigen sie doch genaue Planung und längere Prozesse der Umsetzung....

Techniken transportieren Inhalte, umgekehrt bestimmt eine künstlerischen Arbeit die Wahl der technischen Mittel, um einem Inhalt, einem Thema den adäquaten Ausdruck zu verleihen. Fotografische Arbeiten, die auf dem Hintergrund analoger Techniken entstanden sind, spannen mit ihrem Reiz des scheinbar Zufälligen, Unperfekten einen Raum auf, in dem sich wieder eine Aura lebendiger Kreativität entfalten kann. Es sind durchaus nicht nur ältere dunkelkammererfahrene Künstlerinnen und Künstler, die sich experimentell mit analogen Techniken beschäftigen, auch eine jüngere Generation setzt sie kreativ ein. Einige interpretieren das „Schreiben mit Licht“ auf ganz überraschende, innovative Art und Weise.

Der Ausgangspunkt für individuelle Experimente beginnt schon mit der Wahl der Kamera: Kleinbild- und Mittelformatkameras ermöglichen unter anderem Mehrfachbelichtungen (Mittendorfer, Zahornicky), die Lochbildkamera oder Camera Obscura findet auf Grund besonderer Effekte der Langzeitbelichtung Verwendung (Mack). Selbst mit einer Plattenkamera und dem Kollodium-Nassplattenverfahren entstehen neue, überraschende Bilder (Prammer). Found Footage- oder eigenes Material können Anlass zu Überzeichnungen geben (Mastrototaro), Negative quellen in Wasser, bis die Farbschichten in feine Häutchen zerplatzen (Hulliger).

Auch in der Dunkelkammer finden Experimente statt: Schablonen decken ausgewählte Partien eines Fotos ab, der Entwickler überzeichnet sie partiell (Maier). Wenn dünnes, lichtempfindlich beschichtetes Transparentpapier durch den Entwicklungsprozess gegangen ist, erscheint es als knittriges Relief (Seyler). Großformatige Fotografien breiten sich als Trampelbilder auf dem Boden aus, und berühren die Passierenden ganz unmittelbar (Seyler). Die Technik der Solarisation mit ihren feinen Lichtsäumen und subtilen Grauwerten findet neue Beachtung (Lechner). Gegenstandslose, reine Lichtfotografie als Sichtbarmachung des stetig sich verändernden Tageslichtes ist auf mittelformatigen Polaroidfilm gebannt. Seine spezielle Chemie erlaubt eine Umsetzung von Licht in Farbe exakter als das übliche Farbfilmmaterial (Dick). Und schließlich kann die Fotografie im ursprünglichen Sinn, als „Lichtschrift“ aufgefasst, auf Filme und Kameras gänzlich verzichten (Bakondy, Höller). Karin Mack, 2014


[Quelle: www.k-haus.at]

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