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IDOL. Prähistorische und zeitgenössische Frauenbilder

24.10.2014 - 06.01.2015

Künstlerhaus, Wien / Österreich

Zwei Kataloge mit identischem Titel „Idole“ machen die Spannbreite des Themas deutlich. Auf der einen Seite eine Publikation der Archäologischen Staatssammlung München zu skulpturalen Bildnissen aus prähistorischer Zeit, auf der anderen Seite der Ausstellungskatalog des Historischen Museums in Speyer zu Strategien der zeitgenössischen Fotografie, die Klischees von Frauenbildern rein äußerlich etablieren. Prähistorische Idol-Figuren und Positionen der zeitgenössischen Kunst nehmen diesen Bogen auf, vor dem die Ausstellung Perspektiven und Gegenentwürfe weiblicher Identität auslotet....

Die historischen Figuren, acht bis zehn originale Tonfiguren aus der Frühzeit, spiegeln eine Verehrung des Weiblichen wider, geben aber, mäandernd zwischen Aspekten von Fruchtbarkeit, Erotik und einer zentralen Rolle der Frau in Gesellschaft und Religion, ihre eigentlichen Geheimnisse nicht preis. Nicht weniger schillernd und vielfältig sind heutige, gesellschaftliche Zuweisungen weiblicher Rollenvorstellungen. Arbeiten aus den Bereichen Installation, Video, Skulptur, Zeichnung und Fotografie von 20 Künstlerinnen beziehen kritisch Position, erforschen weibliches Potential und legen den Schwerpunkt auf die Formulierung von Gegenentwürfen.

So führt beispielsweise Birthe Blauth in ihrer Foto- und Videoinstallation vor Augen, wie viel attraktiver äußere Individualität gegenüber normierter Optimierung ist. Auf ganz andere Weise bearbeitet Sabine Groschup Fragen von Körperlichkeit. Sie seziert Frotteebademäntel in aufwändigen Arbeitsprozessen und erweitert in skulpturalen Arrangements um den thematischen Aspekt von Mode. Augusta Laar entführt in ihrem interaktiven Mail-Art-Projekt „Madonna sagt…“ und in der Installation „Große Puppenklinik“ poetisch in eine Reparaturwerkstatt der Zeitgeschichte.

Modelle und Möglichkeiten eines Selbstbildes thematisieren Video- und Fotoarbeiten von Ina Loitzl. Im Zentrum der Arbeit „La belle Irene“ von Christiane Spatt stehen Leben und Tod, menschliche Sehnsüchte und Ängste, Geschlecht und Identität. In großformatigen Zeichnungen hinterfragt Martina Tscherni Perspektiven von Frauenbildern und auch Dörthe Bäumer nutzt, neben Installation, das Medium Zeichnung, um Rollenzuschreibungen innerhalb und außerhalb des Betriebssystems Kunst zu thematisieren.

Viele der Arbeiten wurden speziell für das Projekt entwickelt und sind erstmalig öffentlich zu sehen.

[Quelle: http://www.k-haus.at/]

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last modified at 10.09.2015


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