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Wirkliches Leben? Ein Panorama der Sammlungen / Which Life? A Panoramic View of the Collections

Einladung: Wirkliches Leben? Ein Panorama der Sammlungen. 2015

25.04.2015 - 04.10.2015

Museum der Moderne Salzburg, Salzburg / Österreich

Unter dem Titel Wirkliches Leben? Ein Panorama der Sammlungen firmiert die dritte Ausstellung mit Werken aus der Sammlung Generali Foundation, Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg. Eine Auswahl aus dieser renommierten Sammlung mit Schwerpunkt auf Post-Minimal Art und konzeptueller und feministischer Kunst wurde erneut in einen thematischen Zusammenhang mit anderen Beständen, insbesondere museumseigenen Werken der Druckgrafik und Fotografie, sowie mit Malerei und Skulptur aus der Sammlung MAP gestellt.... In der neuen Rotation eröffnet ein Parcours aus 130 Werken von 26 Künstlerinnen und Künstlern aus sieben Ländern unterschiedliche Perspektiven auf Realitäten des Lebens. VALIE EXPORT, die mit zentralen Werken in der Sammlung Generali Foundation vertreten ist, ist ein eigener Raum mit ihren Expanded Cinema-Werken gewidmet. Als besonderer Höhepunkt wurde ihre Mitte der 1970er-Jahre konzipierte Videoinstallation Zeitlücken – Raumspalten (1973/2015) für die Ausstellung erstmals realisiert.

Francisco de Goyas Zyklus Los Caprichos (1793–1799) steht für eine kraftvolle Matrix, die der Ausstellung insgesamt zugrunde liegt. Obgleich der Titel „Augenblicke der unbeschwerten Laune“ und „Einfälle“ verheißt, zeigt Goya in diesen Radierungen Geschlechterkampf, Kuppelei und Machtmissbrauch: ein Leben, das nicht in klaren Unterscheidungen aufgeht. Fragen, die daraus resultieren, sind auch in anderen Arbeiten zu finden.

Andrea Frasers Textinstallation Kunstvermittlung (1995) stellt Fragen wie: „Was machen Sie denn in Ihrem Leben? Glauben Sie, dass Ihre Arbeit, Ihr Leben, Ihre Gedanken etwas Besonderes oder Wichtiges sind?“ Maria Eichhorn hingegen fragt in Arbeit/Freizeit (1994–1996): „Sammeln Sie etwas? Was wollten Sie als Kind einmal werden?“ Und in Kerry Tribes Videoinstallation Here & Elsewhere (2004) erörtert der britische Filmtheoretiker Peter Wollen mit seiner zehnjährigen Tochter Audrey Fragen wie „Steht Licht still oder bewegt es sich?“ oder „Glaubst du, dass ein Bild existiert?“. Um Wirklichkeit zu verändern, sollten nicht nur spezifische Fragen gestellt werden, es müssen bestehende Probleme und Konflikte auch bewusst wahrgenommen werden. Adrian Piper, die kürzlich auf der 56. Biennale di Venezia mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, thematisiert das eindrucksvoll in ihrer zweiteiligen Installation Black Box/White Box (1992) über einen rassistischen Vorfall 1992 in Los Angeles. Sanja Ivekovic’ Bild- und Textmontagen aus der Mitte der 1970er- Jahre erzählen währenddessen vom „bitteren”, aber auch von einem „süßen“ Leben im ehemaligen Jugoslawien. Die Ausstellung enthält unter anderem auch Dan Grahams gefeierte Installation New Design for Showing Videos (1995) und eine Werkgruppe von Edward Krasinski, darunter seine bekannten Interventionen mit blauem Klebeband.

[Quelle: http://www.museumdermoderne.at]

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