Datenbank > Ausstellung / Veranstaltung > Maria Grün. Der Körper als surreale Maschine

Maria Grün. Der Körper als surreale Maschine

08.10.2015 - 24.10.2015

Schleifmühlgasse 12-14, Wien / Österreich

Die Serie hyperrealistischer Körperfragmente konstruiert den menschlichen Körper als surreale Maschine:

Als Ausgangspunkt der Ausstellungsreihe nennt Maria Grün „den Magen in der Kühlbox“: „Organ (2014)“ stellt eben jenen als einen scheinbar unabhängigen Bestandteil dar, als eine quasi-Maschine - ein kybernetisches Objekt, hergestellt aus Silikon. Grüns „Organ“ bewegt sich. Es liegt, eingebettet in Styropor, in einer Kühlbox.

Der Gedanke liegt nahe, dass hier Verfallsprozesse aufgehalten werden sollen.... Denn Maria Grün legt genau darauf ihren Fokus: der Körper und das Flüchtige seiner Substanz, das Versteckte und Angst einflößende, das zumeist erst aufgrund von Dysfunktionen und Irritationen in das Bewusstsein des Individuums rückt. So ist die Beschäftigung mit dem Verdauungsprozess gleichzeitig immer auch eine Beschäftigung mit dem Abjekten.

Für die technische Umsetzung, auch der weiteren Werke „goosebump“ und „Atmen“, bedarf es teils spezialisierter Gerätschaften, teils werden Gebrauchsgegenstände umfunktioniert. Die Objekte stellen körpereigene Verselbständigungsprozesse dar - Prozesse, die man selbst nur begrenzt beeinflussen kann und die durch äußere Umstände hervorgerufen werden. Deren Visualisierung macht etwas „nur Spürbares“ greifbar. Die Reproduktion dieser Vorgänge zeigt ein Eigenleben, das befremdlich wirkt.

In „Anagramm 1“ transformieren Maria Grün und Max Berner einen menschlichen Körper zum skulpturalen Objekt. Fotografische Inszenierung und Pose des Mannes lassen nicht erkennen, ob es sich um das Abbild eines wirklichen Menschen oder um das einer hyperrealistischen Skulptur handelt. Eine andere Form des Trompe-l’œil. „Anagramm 1“ wurde als Idee bereits in Form eines KünstlerInnenbuchs im Kunstraum Niederösterreich präsentiert und soll nun in den 3-dimensionalen Raum übertragen werden. Thematisch greift die Arbeit das Wiederholungselement des Hyperrealismus auf. In der Reproduktion lässt sich nicht mehr erkennen, was echt und was künstlich ist, so wie sich auch im medizinischen und alltäglichen Bereich das Künstliche mit dem Körperlichen vermengt. Künstliche Knochen und Körperteile, sowie fehlende Gliedmaßen, die künstlich ersetzt werden, sind in der medizinischen Praxis selbstverständlich geworden.

Die Objekte und Installationen behandeln, wie Dr. Annegret Winter in ihrer Arbeit „Die fragmentierte Frau – eine Fallstudie“ formuliert, „das Phänomen des fragmentierten, menschlichen Körpers..., der in Einzelteile zerstückelt Bruchstellen freigibt, die sich wie Leerstellen zum Andocken neuer Moleküle und Satzteile öffnen“ .

Bisher wurden die Einzelprojekte „Organ“ (präsentiert in der Gruppenausstellung „Obsession“, Galerie Schloss Attnang Puchheim, OÖ, kuratiert von Lukas Cuturi, 2014) und „Anagramm 1“ (Katalogpräsentation in Form der Ausstellung „RE-“ im Kunstraum Niederösterreich, Wien, kuratiert von Franz Thalmaier, 2015) einem breiteren Publikum präsentiert. In der im Oktober 2015 stattfindenden Ausstellung „Did you ever see a man with eight fingers on his hand“ (Schleifmühlgasse 12-14, 1040 Wien) werden drei der vier Arbeiten zum ersten Mal in einem Raum zu sehen sein. Der Betrachter / die Betrachterin hat so die Möglichkeit, das Zusammenspiel der verschiedenen Werke zu sehen und sich ein Gesamtbild zu machen.

[Quelle: http://12-14.org/]

MEHR LESEN


alles anzeigen
alles schließen
+
Beteiligte
[1]

Kein Ergebnis

+
Publikationen
[1]

Kein Ergebnis

     

zuletzt geändert am 22.10.2015


Kunst- und Forschungsdatenbank - Angewandte/basis wien