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Das Granithochland - Die Mühlviertler Landschaft in der Malerei

02.10.2015 - 13.12.2015

Artemons Kunstmuseum, Hellmonsödt / Österreich

Seit der Entwicklung einer selbständigen Europäischen Landschaftsmalerei im 17. Jahrhundert, zählt die Landschaft zu den wichtigsten Bildthemen der europäischen Kunstgeschichte. Die barocken Inszenierungen einer „klassischen“ Landschaft, die Realismusdiskussionen des 19. Jahrhunderts wie auch die Entwicklung der Abstraktion im 20. Jahrhundert sind im Zusammenhang mit diesem Bildthema erfolgt – bis heute trägt die Auseinandersetzung mit dem „Landschaftlichen“ eine starke künstlerische Herausforderung in sich....

Landschaft ist stets mehr als die Summe ihrer Teile. Landschaft ist mehr als eine Geländesituation, mehr als eine Ansammlung von Naturformen. Landschaft kann in gleicher Weise den Menschen als Staffage wie auch Architekturformen beinhalten und ist vor allem als das Zusammenfassende, im weitesten Sinne „Atmosphärische“ einer Bildaussage zu verstehen.

Die Entwicklung der bildenden Kunst in Oberösterreich ist bis in die Gegenwart hin in besonderer Weise vom Begriff des Landschaftlichen geprägt. Suchten die Maler der Jahrhundertwende bis hinein ins 20. Jahrhundertnoch sehr stark die Verbindung von möglichst realistischer Naturschau und stimmungsvollen Ansichten, hier können etwa die Werke von Albert Ritzberger, Mediz-Pelikan, Wilhelm Dachauer, und Arthur Brusenauch genannte werden, so wendet sich das Interesse zunehmend einer freieren, Impressionismus-nahen Gestaltung zu (z.B. Demeter Koko, Anton Lutz, Max Hirschenauer).

Die Generation der Zwischenkriegszeit setzt das Thema des Landschaftlichen, vor allem in Bezug zu Fragen der subjektiven Erfahrungswirklichkeit einerseits im Sinne des Expressionismus (z.B. Egon Hoffmann), andererseits im Zusammenhang mit der Neuen Sachlichkeit und Neoromantik (Albrecht Dunzendorfer, Hans Pollak). Daraus entwickeln sich konsequent in der Nachkriegszeit künstlerische Schwerpunkte im Zusammenhang mit dem phantastischen Realismus (z. B. Ludwig Schwarzer) und in weiterer Folge in der Verarbeitung neuer Bildmedien wie Video, Film und Fotografie im Sinne eines erweiterten Bild- und damit auch Landschaftsbildbegriffes (wie z.B. bei Dietmar Brehm oder Lorenz Estermann).

Die Ausstellung in der Galerie Artemons findet am Wirkungsort eines der wesentlichen Landschaftskünstler Oberösterreichs statt - gleichsam im Haus von Albrecht Dunzendorfer, der mit seinen Mühlviertel-Bildern die Wahrnehmung einer Landschaft durch eine ganze Generation von Bildbetrachtern geprägt hat. Lebenserfahrungen und Alltagserfahrungen einer bäuerlich geprägten Region mischen sich hier mit Interpretation der gestalteten Naturformen, ähnlich wie in der Zwischenkriegszeit im Werk von Franz von Zülow oder Josef Schnetzer.

Diese Landschafts-Ausstellung fügt nicht nur wesentliche Positionen der Oberösterreichischen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts thematisch zusammen, sondern ermöglicht vor allem die Erkenntnis von Zusammenhängen und hoch interessanten Bildtraditionsspuren. – wie gesagt: Landschaft ist mehr als die Summe ihrer (Bild)Bestandteile.

[Quelle: http://www.artemons.at/]

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