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Maria Anwander. Just Exploiting Another Creative Crisis

12.02.2016 - 02.04.2016

das weisse haus, Wien / Österreich

ie Künstlerin setzt sich in ihrem Ausstellungsprojekt kritisch mit der gesellschaftlichen Erwartungshaltung gegenüber Kunstschaffenden auseinander, unerschöpflich und stetig Ideen und Arbeiten zu produzieren und würdigt dabei die Pause und die Reduktion.
Das ledigliche Ausbeuten der nächsten künstlerischen Krise stellt die Frage, wann ein Gedanke zur Realisation kommt und wie Lücken in der künstlerischen Produktion aussehen könnten. Dabei spielen die gesetzten Werktitel und die Vorstellungskraft der Betrachter/innen eine entscheidende Rolle....
So zeigt die Arbeit Material for a sculpture that the artist decided better not to realize ausschließlich einen Haufen mit Modellgips-Pulver auf dem Boden des Ausstellungsraums. Die Besucher/innen sind aufgefordert, sich auf die Situation einzulassen, den Prozess zu imaginieren und ihre eigene Skulptur entstehen zu lassen.
In The Liberation geht es weniger um die Krise beim Schaffen von Kunst als vielmehr um die Krise, die durch die Präsentation von Kunst entstehen kann. Jede der drei Wandtafeln, die die Künstlerin aus Museen, unter anderem der Neuen Nationalgalerie Berlin, entwendet hat, greift auf den Inhalt eines Werkes vor und damit in die Möglichkeiten seiner Wirkungsweise ein. Die „Warnung“ vor den Sujets ist ein Einmischen der Institutionen in die Rezeption des mündigen Betrachters. Ein Akt der Manipulation, der einer Zensur gleich kommt.
Immer wieder thematisiert Maria Anwander die Funktion institutioneller Zeichensysteme, wie auch in ihrer Arbeit A little Support for the Lost Visitor, ein Prospekthalter mit Raumplänen. Erst durch die darauf abgebildeten Titel der gezeigten Werke, erschliessen diese sich vollständig und die Besucher/innen werden zu Mitwissenden der Künstlerin. Jede Kopie, des zur freien Entnahme angebotenen Raumplans ist handsigniert und besitzt als limitierte Auflage (200 Stück) möglicherweise sogar einen zukünftigen Wert.
Zum eigenständige Kunstwerk erklärt, erfüllt der Plan als Orientierungshilfe und Edition mehrere Funktionen gleichzeitig: Er ist Vermittler zwischen Ausstellung und Betrachter/in, Ausstellungsstück, Geschenk und Andenken für die Besucher/innen und Anspielung auf das Anliegen kleiner und großer Kunsthäuser, Einnahmen über Kataloge, Künstlerbücher und Editionen zu erzielen. Wer unterstützt wen?
Mit spielerischer Herangehensweise und Ironie skizziert Maria Anwander das künstlerische Schaffen wie im Video Thinking to Christian Jankowski telepathically, trying to make him show my work at the next Manifesta: An einem Tisch in einem Atelierraum sitzend versucht die Künstlerin, eine telepathische Verbindung mit Christian Jankowski, Künstler und Kurator der Manifesta 2016, aufzunehmen, um ihn zu bewegen, ihre Arbeiten an der Manifesta auszustellen.
Ironisch vollzieht Maria Anwander den Schaffensprozess im Umgang mit der kreativen Krise von Künstler/innen nach, wobei schnell bewusst wird, dass die Realität nicht nur von Leichtigkeit und Spielfreude geprägt ist. „Why Art Now“ fragt der Neon-Schriftzug beim Betreten des weissen hauses und dann später, in einem der Ausstellungsräume, noch deutlicher: „and what for?“.
(Mira Sacher, 2016)

[Quelle: dasweissehaus.at]

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