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How far to open up?

How far to open up? 2017 [Cover]

18.02.2017 - 25.02.2017

Forum Stadtpark Graz, Graz / Österreich

Eingeladen von / Invited by Florentine Muhry & Cathrin Mayer
Visuelle Gestaltung von / visual concept by Fabian Leitgeb

Performances während der Eröffnung / during the opening:
Alizée Lennox, Anna Barfuss, Barbara Kapusta, Battle-ax


Die Ausstellung mit dem programmatischen Titel «How far to open up?» setzt sich mit den Auslösern von Erzählungen auseinander. Diese Erzählformen beruhen auf Momenten, die von Sehnsucht, Begehren, Obsession und daraus resultierenden Projektionen bestimmt sind.... Solchen oft unbestimmbaren Zuständen haftet etwas Ephemeres an. Ihre Formen und Ursprünge reichen weiter als uns verständlich ist und sie bleiben immer intim. Wie weit kann jemand mit seinen persönlichen Sehnsüchten gehen? Wie sehr kann man sich preisgeben in seiner Verletzlichkeit, und wie weit kann die Künstlerin oder der Künstler damit in ihrer oder seiner Arbeit gehen? Wie weit kann sich eine Arbeit in ihrem Medium bewegen und wann kann sie ihr Format überschreiten? Von diesen Fragen ausgehend ergibt sich für uns eine zweite Frage nach dem Format der Ausstellung und ihrem Aufbau: Wie weit kann eine Ausstellung gehen? Wer kann Arbeiten zeigen, und wie viel Platz kann den Künstlern und Künstlerinnen und ihren Arbeiten darin eingeräumt werden? Was kann eine Ausstellung alles erzählen?
Genauso wie Gefühle oft unverständlich bleiben und die daraus resultierenden Erzählungen ein kleiner Teil von etwas viel Größerem, Unausdrückbarem sind, spielen Hinweise im Ausstellungsraum auf eine Kunstproduktion, die nicht immer wahrnehmbar ist, an. Das gilt zum Beispiel für die unterschiedlichen Performances die bei der Eröffnung stattgefunden haben, die aber zu jedem anderen Zeitpunkt nur noch mit Fragmenten/Resten am Boden gekennzeichnet sein werden. Das gilt auch für das Booklet, das in der Ausstellung als eigener Raum funktioniert. Das Heft, gestaltet von Fabian Leitgeb, beinhaltet Texte von Künstlerinnen und Künstlern die das Schreiben als Teil ihrer Arbeit benötigen und nutzen, diese Praxis aber nicht immer als ihre vordergründige künstlerische Identität sehen; etwa Malerinnen, die viel schreiben. Genauso wie auch Texte von Dichterinnen enthalten sind, die aufgrund ihrer Netzwerke eine Nähe zum Kunstbetrieb aufweisen.
Die Objekte in den Räumen können daher als ,Abschürfungen‘ eines viel größer zu verstehenden Betätigungsfeldes wahrgenommen werden, die in multiplen und sich überschneidenden Räumen vereint werden. Diese Räume eröffnen narrative Momente, die sich als Gesten und Linien im Raum zeigen, etwa in Form von Zeichnungen und Malereien. Die Arbeiten haben eine Nähe zum Comic, sie sind Aufnahmen von figurativen, träumerischen oder tragischen Szenen und einsamen Stillleben. Die Filme, deren inhaltliche Aussagen mit Stimmungsbildern verstärkt werden, zeichnen sich besonders durch eine Nähe zum geschriebenen Text und zum Erzählerischen aus. Musikstücke und Soundpieces kommen in der Ausstellung auch ohne Text und Bild aus, da die akustische Wahrnehmung einen wesentlich direkteren, aber unbeschreiblichen Zugang zum Fühlen ermöglicht.
Die Künstlerinnen, Künstler, Autorinnen, Autoren und auch die Kuratorinnen bewegen sich also innerhalb dieser Ausstellungsformate von Raum und Heft, mit den nur bedingt erzählbaren Zuständen von Sehnsucht und Begehren.

This exhibition, with its programmatic title How far to open up?, deals with the catalysts for stories. The bits of narration at issue here are based on moments characterized by longing, desire, obsession, and the projections resulting therefrom. Such mental states are frequently of an indeterminate nature and have something ephemeral to them. Their forms and origins reach beyond our understanding, and they always remain intimate. How far can a person go with his or her personal yearnings? How much can we, vulnerable as we are, reveal of ourselves—and how far can an artist take this in her or his work? How far can a work move within its medium, and when can it transcend its format? This first complex of questions lead us to a second one, pertaining to this exhibition’s format and structure: How far can an exhibition go? Who can show works, and how much space in the exhibition can be given over to the artists and their works as such? And what all can an exhibition speak of, what stories can it tell?
In the same way that feelings often defy understanding, with the resulting narratives remaining a small part of something that is both far larger and inexpressible, the exhibition space contains clues referring to an act of art production that cannot always be perceived. This goes, for example, for the various performances at the opening, performances that—at every subsequent point in time during the exhibition—will remain only as fragments and remains on the floor. It also goes for the booklet, which functions as its own space within the exhibition. This publication contains texts by artists who need and make use of writing as part of their work but do not necessarily view this practice as part of their outward artistic identities—an example being painters who do a lot of writing. It also contains texts by poets whose networks place them in a certain proximity to the art world.
The objects in the exhibition’s various rooms can therefore be viewed as “scrapings”, united in multiple and overlapping spaces, from a field of activity that is understood to be far greater in size. The rooms open up narrative moments visible as gestures and lines within space, for example in the form of drawings and paintings. These works, in a manner not unlike that of comics, represent figurative, dream-like, or tragic scenes as well as lonely still lifes. The films, with their content and statements reinforced by atmospheric impressions, stand out especially for their proximity to written text and the narrative realm. The musical and sound-based works in this exhibition, on the other hand, do without texts and images, since their auditory character opens up a significantly more direct, albeit indescribable, route to being felt.
Thus do the artists, authors, and curators move within the exhibition formats of physical space and booklet, along with those states of yearning and desire that but partly lend themselves to realm of the narrative.

Text: Florentine Muhry

[Quelle: wwww.forumstadtpark.at]

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last modified at 27.04.2017


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