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Nika Kupyrova. Otis Rem

04.10.2017 - 18.11.2017

das weisse haus, Wien / Österreich

Die Ausstellung findet im Rahmen des Erste Bank MehrWERT Kunstpreises 2017 statt. Die Künstlerin erhielt den Anerkennungspreis und realisiert nun eine Einzelausstellung im weissen haus.

Otis Rem
Otis Otis Rem
Otis Rem Otis Rem Otis Rem
Otis Rem Rem
Rem

Wie eine Beschwörung lässt sich der Titel Nika Kupyrovas Ausstellung Otis Rem wiederholen und variieren, wiederholen und variieren, wiederholen, variieren und wieder variieren.... Die sprachlichen Elemente des aus einem solchen Prozess entstehenden Gedichts funktionieren jeweils für sich. Sie sind autonom. „Otis“ und „Rem“ sind aber auch die singulären Bestandteile ein und desselben dynamischen Systems. Denn erst in der Verknüpfung ergibt sich die Kraft der poetischen Formel. In der Kombination der Wörter, in ihrer Ordnung, in ihrer Umordnung, im Potenzial der dauerhaften Wandelbarkeit. Die Wirkung entfaltet sich durch den Gebrauch. Nicht der Spruch, sondern das Sprechen bringt Wirklichkeit hervor.

Pseudolatein, alltägliches Fundstück, Readymade, Verballhornung. Wie ein Zauber, der auf die Kunstproduktion abzielt, wie Magie, die es auf ihre Gesten abgesehen hat, auf die Gesten der Manipulation von Formen, auf die Gesten der Manipulation von Material. Im übertragenen wie im wahrsten Sinn des Wortes: Handhabung. Der Handgriff wird zum Kunstgriff. Zauberhaft, stets mehrdeutig. Otis Rem ist wie ein Abracadabra: universal gültig, jederzeit und allerorts einsetzbar. Je nach Zusammenhang führt seine Anwendung aber zu unterschiedlichen Ergebnissen. A, B, C, D, die einzelnen Teile des dynamischen Systems im zeitweiligen Stillstand. Bruchstückhaft und modular, adaptiv. A-Bra-Ca-Dabra. Mit Intention, absichtlich – aber unberechenbar.

Abra abracadabra
I wanna reach out and grab ya
Abra abracadabra
Abracadabra

Alles ist, wie es ist, dabei ist nichts wie es scheint. Täuschungskunst. In der Ausstellung Otis Rem spielt die Künstlerin mit den Elementen ähnlich wie sie es im Hexeneinmaleins des Titels bereits angelegt hat. Modular. Ein Fundstück hier, eine Wiederholung dort, eine farbige Markierung am Boden hier, eine Variation derselben Kennung am Objekt dort, die Spuren einer echten Berührung hier, die durch Berührung erschaffene Illusion dort – hier und dort, hie und da. Erst die Zusammenführung der Bestandteile formt die Ausstellung, erst der gemeinsame Raum schafft Bedeutung, erst die gemeinsame Zeit, die die Elemente im Miteinander, Zueinander und Gegeneinander verbringen, lässt Reflexion zu. Wie man es auch drehen und wenden mag.

Kunst wird von Nika Kupyrova nicht als im Verborgenen agierendes Wissenssystem eingesetzt. Kein Wunderglaube, auch kein Skeptizismus aus Prinzip. Im Gegenteil, die Künstlerin legt ihre Methoden klar und deutlich offen. Wie eine Schaustellerin breitet sie ihr Kartendeck aus und die Hand gleitet dabei gekonnt über den Tisch. Sanft legt sie Blatt für Blatt ab. Ein nicht näher identifizierbares Geräusch begleitet die Bewegung. Immer wieder schleichen sich Störmomente ein. Es kommen alle Mittel zum Einsatz, die für eine Vorstellung notwendig sind, der Imagination stehen Tür und Tor offen. Mit jeder Karte, deren Gesicht nach oben zeigt, demontiert die Künstlerin ein Stück jener Illusion, die sie zuvor zu konstruieren versucht hat. Die Ausstellung wird zur Vergnügungsarchitektur, die Schau zur Show, die individuelle Täuschung zur kollektiven Halluzination. Die Karten lassen sich jederzeit neu mischen; ein bühnenreifes Spiel ohne Geheimnisse – mit viel Unterhaltung.

Otis
Otis Rem Rem
Otis Rem Otis Rem Otis Rem
Otis Otis Rem
Otis Rem (Franz Thalmair)

[Quelle: dasweissehaus.at]

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last modified at 21.11.2017


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