Dokumentation und Archivierung von zeitgenössischer Kunst auf internationaler Ebene
Um gewährleisten zu können, dass Dokumentationen und Archive zeitgenössischer Kunst auch in Zukunft zugänglich bleiben, müssen inhaltliche und technologische Standards entwickelt werden, die einen reibungslosen Austausch von Daten auf internationaler Ebene erlauben. Zu diesem Zweck agiert die basis wien in internationalen Netzwerken, die diese wissenschafltichen Grundlagen aus praktischer und theoretischer Sicht erarbeiten.
1999 gründete die basis wien nach einer kurzen Evaluierungsphase in Institutionen in Europa die Arbeitsgemeinschaft “vektor”, aus der kurz darauf das im Programm Culture 2000 der Europäischen Kommission geförderte Projekt “vektor – European Contemporary Art Archives” wurde, das in leitender Funktion von der basis im November 2003 zuende geführt wurde. 2001 lud die Manifesta Foundation (Amsterdam) die basis wien zur Teilnahme im EU Projekt New European Art Network ein. Die basis wien ist darin für die Datenbankbetreuung und Supervision für die digitalen Archive zuständig.
Es sind Erweiterungen der bisherigen Projekte mit Schwerpunkt Lösungserarbeitung im technologischen Bereich zur Verbindung verteilter Datenbanken (distributed databases) geplant.
Außerdem ging aus dieser Kooperation das zusammen mit Schweizer Fachleuten und Programmierern entwickelt Portal european-art.net hervor.
european-art.net: Europäisches Portal zu Kunst
Unter der Leitung des schweizerischen Magazins Kunstbulletin und der >basis wien< wurde ein Internet Portal programmiert, daß dem User die gleichzeitige Abfrage über mehrere, verteilte Datenbanken ermöglicht. Derzeit bietet von european-art.net unter Beteiligung des basisarchiv:kunst, des Kunstbulletin und des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft (SIK) Informationen zu über 33.000 Künstlern und Ausstellungshäusern.
Ursprünglich gegründet in dem Wunsch nach Erstellung einer European List of Artist Names, die sichere Auskunft über Schreibweisen nicht zuletzt für osteuropäische Namen geben kann, konnte über diese Fragestellung ein Retrieval System zur Abfrage über verteilte Datenbanken entwickelt werden. Die amerikanische «United List of Artist Names» (ULAN), u.a. betreut vom auch für den AAT (Art and Architecture Thesaurus) und TGN (Thesaurus of Geographic Names) zuständigen Getty Research Institute, führte zur Gründung dieses europäischen Portals. In diesem ersten Schritt wurden zwar nicht alle formulierten Ziele erreicht, wie etwa die Integration von Diakritika in osteuropäischen Schreibweisen. Doch erleichtert gerade das für den Anfang die userfreundliche Aufbereitung dieser Plattform für zeitgenössische Kunstdatenbanken. Für die unmittelbare Zukunft ist vor allem die Integration osteuropäischer Kunstdatenbanken geplant.
european-art.net: Das documenta Archiv online zugänglich.
Das documenta Archiv ist ein wichtiger Partner im EU Projekt vektor – European Contemporary Art Archives der basis wien. Am 24. September werden in Kassel eine Vielzahl an neuen online Zugängen zu den Beständen des Archivs als auch die Integration der documenta Daten in das Kunstportal www.european-art.net vorgestellt.
Das documenta Archiv präsentiert damit vier verschiedene Integrationen in Internet-Kataloge,
- den eigenen Internet-Bibliothekskatalog
- die Einbindung in die Internetportale des VKK – Virtueller Katalog Kunstgeschichte
- und des European-Artnet
- das Verzeichnis der Kasseler Kunstzeitschriften
Zusätzlich dazu ist die Offline-Datenbank Artbibliographies Modern über die lokalen Rechner des documenta Archivs zu erreichen.
Damit werden Informationen zu KünstlerInnen der documenta Ausstellungen, bibliographische Angaben, vor allem aber Werkangaben zu in den documenten präsentierten Arbeiten online recherchierbar. Das documenta Archiv, bereits 1961 vom Ausstellungsgründer Arnold Bode ins Leben gerufen, öffnet seine Bestände mit diesem Schritt für internationale Kunstinteressierte und –forscherInnen.
Die basis wien freut sich – gemeinsam mit ihren KollegInnen in der Schweiz, dem SIK und dem kunstbulletin – über diesen wichtigen und prominenten Zuwachs für das im vergangenen September eröffnete online Kunstportal für Datenbanken zur zeitgenössischen Kunst. Für Beginn nächsten Jahres ist der Fokus der EAN-Erweiterung auf ost- und südosteuropäische Datenbank-Integrationen geplant.

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