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Museum des 20. Jahrhunderts: Großer Staatspreis

Eine traditionsreiche, nur schwer reformierbare Größe

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

Debattieren Sie mit!Der große Österreichische Staatspreis ist eine heikle Angelegenheit - über seine vielstimmige Geschichte seit dem Jahr 1934, in dem Bundeskanzler Dollfuß erstmals diese Auszeichnung u. a. an Waggerl und Boeckl verlieh, gibt es nun eine Ausstellung. 1954 wird vom Unterrichts- und Kunstminister Drimmel noch zwischen den revolutionären und den evolutionären Künstlern unterschieden, und es ist klar, dass nur die letzteren, der Tradition verbundenen, damals zum Zuge kamen. Die Schau des Österreichischen Kunstsenats (dem ein Teil der PreisträgerInnen angehört), gemeinsam mit der Österreichischen Galerie und dem ORF bis 6. April im vor der Renovierung stehenden ehemaligen "Zwanz'ger Haus" wurde von John Sailer kuratiert.
Sailer beschreibt in seinem Katalogtext auch gut und ausführlich die Problematik, die mit der Preisvergabe historisch einhergeht. In den letzten Jahrzehnten ist nun auch die Aufnahme ehemaliger Revolutionäre wie Brus, Rühm, Jandl, Wiener oder Bauer in den erlauchten Kreis gelungen, jedoch zeigt sich noch keine Erweiterung des Kunstbegriffs und damit sind viele Architekten, einige Plastiker und Maler, aber noch keine Neuen Medien vertreten.
Besonders auffallend ist der Mangel an Künstlerinnen; bei den Dichterinnen ist es etwas besser: Von sieben Frauen seit 1950 sind zumindest Bachmann, Lavant, Busta, Mayröcker und Aichinger bis heute bekannt - Martina Wied und Imma von Bodmershof kennt man leider nicht mehr allgemein.
Die bildende Kunst beschränkt sich gleich auf das ordentliche Mitglied des Kunstsenats Maria Lassnig - in Architektur und Musik soll es gar keine preiswürdigen Frauen geben... Einige Lexika sprechen da eine andere Sprache - man denke etwa nur an die aus der Emigration heimgekehrte Margarethe Schütte-Lihotsky oder an die immer noch tätige Möbeldesignerin und Architektin Anna Luylia-Praun. Es scheint aber, dass der Kunstsenat zumindest geschlechtlich immer gerne unter sich bleibt; die Präsidenten sind ja auch nur Männer.
Auch wenn ab den siebziger Jahren eine Zuwendung zur Avantgarde zaghaft einsetzt, bleiben einige Fragen offen: sind wir in Österreich wirklich so konservativ, dass außer Brus kein einziger Aktionist den Preis bekam, und dass er nach Coop Himmelb(l)au an Holzbauer ging, statt vielleicht einmal eine innovative junge Position zu ehren?
Bei den Autoren jedenfalls fehlt Thomas Bernhard. Wahrscheinlich war er doch zu nestbeschmutzerisch, und so kann man vor den Kojen der Dichter (ähnlich wie in der Musikabteilung) seine Literatur nicht hören. Diese beiden Abteilungen mit Sitzgarnituren und Kopfhörern sind sehr gelungen und auch der von Preisträger Walter Pichler gestaltete Katalog mit vielen wichtigen Autoren einzelner Texte wie Achleitner (er hätte auch einen guten Preisträger abgegeben zwischen Literatur und Architektur), Skreiner, Canetti, Otto Breicher, Rudi Fuchs, Peter Weiermair, Kristian Sotriffer, Wendelin Schmidt-Dengler, Friedrich Cerha, Karlheinz Roschitz, Markus Kristan u. a.
Es gibt für diese Leistungsschau am Zenit "Kunst. Kunst. Kunst. Der große Österreichische Staatspreis" allerdings den Nachteil, dass im Museum des 20. Jahrhunderts nicht wirklich geheizt werden kann und alles sehr provisorisch aussieht. Damit sind die großen Bemühungen ein wenig ins Leere gegangen und das Budget von 5 Mill. Schilling hätte vielleicht auch anders eingesetzt werden können.

Erschienen am: 20.03.2003

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