20.07.2001
11:21 MEZ
Kunst-Performance in Berlin: Kuh flog aus Hubschrauber
Viel Aufregung gab es über den österreichischen Künstler Wolfgang Flatz
Foto: REUTERS/Alexandra Winkler
Herab fiel die Kuh, ... 
 
Foto: REUTERS/Alexandra Winkler
... daneben schwebte Wolfgang Flatz, ... 
 
Foto: REUTERS/Alexandra Winkler
... der über Bildprojektionen schon zuvor omnipräsent gewesen war. 
 
Grafik:  flatz.net

WEB-SEITE:

www.flatz.net
 
 
Berlin - Vor mehreren tausend Schaulustigen hat der Aktionskünstler Wolfgang Flatz in Berlin bei einer umstrittenen Performance eine tote Kuh von einem Hubschrauber abwerfen lassen. Flatz selbst hing während der von einer Band begleiteten Aktion nahe dem Alexanderplatz am Donnerstagabend in Kreuzigungspose von einem Baukran. Er wollte nach eigenen Angaben mit der "Fleisch" betitelten Performance das seiner Ansicht nach gestörte Verhältnis der Gesellschaft zum Fleisch anprangern.

Die Aktion war auf scharfen Protest vor allem von Tierschützern gestoßen, von denen einige am Ort der Performance demonstrierten. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte einen Antrag auf Verbot der Aktion abgelehnt. Aus der Kunstszene gab es gemischte Stellungnahmen, sehr abschätzige wie verteidigende.

Zwanzigminutendrama am Prenzelberg

Flatz' Performance fand an einem Kulturzentrum im Stadtteil Prenzlauer Berg statt. Die Polizei hatte die viel befahrene Straße vor der "Backfabrik" abgesperrt. Gegen 21.30 Uhr wurden zunächst Bilder von Flatz' blutverschmiertem Gesicht an die Hausfassade projiziert. Danach zog der Kran den 48-Jährigen in etwa 40 Meter Höhe vor den Abendhimmel. Ein weißes Tuch mit roten Flecken, das ihn zunächst verhüllte, streifte er ab. Anschließend flog der Hubschrauber, unter dem die Kuh hing, über das Gelände und warf diese aus 40 Metern Höhe ab. Sie schlug mit einem dumpfen Geräusch auf eine Unterlage aus Kartons auf. Zeitgleich wurde ein Feuerwerkskörper gezündet, der eine Stichflamme und Rauch auslöste. Anschließend tanzten mehrere festlich gekleidete Paare in offenen angestrahlten Fensterhöhlen des Bauwerks einen Walzer, dessen Musik aus Lautsprechern kam. Die Zuschauer begleiteten die etwa 20-minütige Aktion mit Applaus und Pfiffen.

Proteste von Tierschützern Gegner der Aktion protestierten mit Flugblättern und Transparenten, auf denen es hieß: "Perversität gegen Tiere kennt keine Grenzen" und "Auch Tiere haben Rechte". Gegen die Aktion hatten im Laufe des Tages unter anderem der Tierschutzverein, die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus und die FDP-Bundestagsfraktion protestiert.

Gerichtshändel und Behördenauflagen

Ein 13-jähriges Mädchen war mit einem über seine Eltern eingereichten Eilantrag gegen die Aktion gescheitert. Das Kind werde durch die Aktion nicht in seinen Rechten verletzt, sondern mache sich zum Anwalt der Allgemeinheit. Eine so genannte Popularklage sei aber nicht möglich, entschied das Verwaltungsgericht.

Die Berliner Gesundheitsbehörde hatten die Performance trotz Bedenken genehmigt, da sie keine rechtliche Handhabe dagegen sahen. Sie hatte Flatz zur Auflage gemacht, dass die Kuh BSE-frei sein und ihr alle Organe entnommen werden müssten.

"Leute, die sich nach dem Krieg und der Auslöschung sehnen"

Die Aktion hat nach Ansicht des Wuppertaler Ästhetik-Professors Bazon Brock nichts mit Kunst zu tun: "Es ist die Sehnsucht einer vom Wohlstand verwahrlosten Gesellschaft nach künstlichen Blutorgien". Weil in einer von Krieg und Not befreiten "Spiel- und Spaßgesellschaft" nichts mehr existenziell bedrohlich sei, müsse der "Ernstfall" in solchen Aktionen nachgespielt werden. Flatz, der plant, sich nach dem Kuh-Abwurf nackt und blutüberströmt abzuseilen, nannte er einen "Kultur-Barbaren". Er wolle seine angebliche Größe als Künstler durch den Grad seiner zerstörerischen Schockwirkung unter Beweis stellen.

Mit der Inszenierung von Tod und Zerstörung wolle Flatz "den ausgebliebenen Krieg, die ausgebliebene Grausamkeit, die Pestilenz und die Seuchen" wieder hervorrufen. Der Künstler und sein Publikum seien "Leute, die sich nach dem Krieg und der Auslöschung sehnen". Diese Provokation besitze aber keine ästhetische, sondern ausschließlich eine kulturell-gesellschaftliche Qualität, sagte Brock. Flatz sei ein "Fundamentalist", der sich nie künstlerischer Mittel bedient habe.

Traditionen der Sechziger und Siebziger

Doch auch Verteidiger der Aktion nehmen im Vorfeld Stellung: Der Kurator des Hamburger Bahnhofs, Museum der Gegenwart, Eugen Blume, sagte, die Performance stehe in der Kunsttradition der 60er und 70er Jahre. Damals hätten Künstler noch die Gemüter erregen können, inzwischen sei die Öffentlichkeit abgestumpft. Flatz wolle Fragen zu unserem Verhältnis zu Natur und Umwelt stellen.

Der Künstler selbst begründete sein Vorhaben in der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag mit dem Missverhältnis, das die Menschen zum Fleisch hätten. Obwohl menschliches und tierisches Fleisch zum Leben gehöre, werde es tabuisiert und aus der Gesellschaft ausgeklammert.

Körpereinsatz mit Routine

Der in Österreich geborene und in München lebende 49-jährige Flatz hatte in der Vergangenheit mehrfach durch provokative Aktionen Schlagzeilen gemacht.

So hatte er sich unter anderem von Fußgängern in München mit Tritten traktieren lassen und in der Silvesternacht 1990/91 als "menschlicher Klöppel" eine Glocke im georgischen Tiflis geläutet. Mit der Aktion am Prenzlauer Berg wolle er "die schwarzen Löcher des Kollektiv-Bewusstseins" treffen. (Reuters/APA/dpa)



oliver ruhm / 20.07.2001 / 13:33 antworten
oli@querschwimmer.com
reflektionen
als denkender mensch, sagen wir mal, als
denkwilliger mensch, falle ich ab und zu aus
meiner rolle und komme in eine keineswegs
objektive, aber in eine vielleicht etwas von mir
entrückte perspektive.

dieser vogelblick auf mein nächstes umfeld
und mich erkennt nur die gefangenheit der
menschen; die fiktiven freien geister von
nietzsche, die er im 19. jdt schon kommen
sah, sind so fern wie eh und je, wenn es
ausnahmen gibt, kenne ich sie nicht.

warum regen sie sich wegen einem
kuhkadaver auf? warum um himmels willen
wollen sie ihn über afrika abwerfen?
finanzierung aus steuergeldern?

bitte denken sie mal nach, ab und zu lohnt es
sich. und wenn sie selber nicht dazu im
stande sind macht das auch nichts. unsere
gesellschaft macht das nicht notwendig.

verwirrt,

olive ruhm
fh vorarlberg


alex barth / 20.07.2001 / 12:22 antworten
menge der postings
schaut mal, wie viele postings schon an diesem artikel hängen - provokation bleibt provokation.

selbst oder gerade dann, wenn sie eine diskussion über provokation provoziert. diese diskussion dreht sich zwar um sich selbst, aber sie existiert.


F. S. / 20.07.2001 / 12:21 antworten
Es funktioniert ja noch immer...
Vergleicht nur die Anzahl der Postings HIER mit anderen Meldungen...

Es funktioniert!

-Lasst euch also alle fröhlich weiter polarisieren und polemisiert selbst weiter und haltet euch schön brav an die Überschriften! Das ist das Seltsame heute - es bleiben immer nur die Überschriften (="Aufreisser") im Gedächtnis haften. Ein-Druck (Die Betonung liegt auf DRUCK). Anders geht's offensichtlich nicht mehr...

"Er wollte nach eigenen Angaben mit der "Fleisch" betitelten Performance das seiner Ansicht nach gestörte Verhältnis der Gesellschaft zum Fleisch anprangern."
Wie sieht er das Verhältnis??? Was ist "gestört"? Ich gehöre auch zur Gesellschaft, -muss ich jetzt "in mich gehen"? Das gibt (Treib)stoff für die Gilde der Psychotherapeuten, und neues Klientel! -

Anprangern reicht nicht immer, meckern tun wir ja alle...!- Zwar nicht per Hubi aus 40m Höhe.... Und wo bleibt ein(e) (zumindest) Lösung(sansatz), ein kleiner Vorschlag, ein "Weg aus unserer Dunkelheit"???? Zu wenig "I-Kuh"???

Viel Glück und viel Erfolg auf deinem weiteren "künstlerischen Weg", Wolferl....


test test / 20.07.2001 / 12:07 antworten
NIEDER mit den FÖRDERUNGEN aus STEUERGELDERN!!!
...wen unsere Künstler den "scheiss" den sie bieten verkaufen müssten um davon zu leben....


KRANKE GESELLSCHAFT!


Super Man / 20.07.2001 / 12:02 antworten
kleine epigone...
... des Hermann Nitsch, dessen Blutorgien - obwohl geschmacklos - wenigstens noch etwas neues waren. was ist kunst? diese pseudoaktion wird jedenfalls in kuerze vergessen sein.

Barbara Schett / 20.07.2001 / 11:16 antworten
Skandalmaschinerie läuft auf Hochtouren
Wieso ist es denn keine Kunst Medienaufmerksamkeit zu erregen? Den Ansatz finde ich nicht so schlecht. Fleisch ist ein Teil des Lebens. Ebenso ist es gemartertes Fleisch. Das man diesem Flatz dann auch noch Kriegstreiberei (oder ähnliches) vorwirft ist schon ein Überreaktion eines Menschen dem vor Essentialitäten des Lebens graust. Was will dieser Bazon Brock? Keinen ästhetischen Wert? Ich assoziiere da Jesus, Mord, (natürlich) Krieg, Twister, Action, Road Runner, Schwarz-blau, Hochosterwitz und Final Fantasy. Also da kann man schon mehr damit machen als nur fassunglos einer zerschmetternden Kuh zuzusehen und Skandal zu schreien. Obwohl das wohl kalkulierter Teil der Inszenierung ist...

Helmut Huber / 20.07.2001 / 10:58 antworten
Wenn ich mir das Tierschützergeheul
bei dieser Aktion (oder bei den Nitsch'schen Schlachtfeiern) so betrachte, dann war ja die Edith Klinger gegen dies beinahe eine Geistesriesin & Lichtgestalt.

NB: das meine ich sowohl sarkastisch als auch pessimistisch!

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philipp grontzki / 20.07.2001 / 10:48 antworten
also ich find des super
man sollte sich doch mal gedanken machen wieviele kühe tagtäglich geschlachtet oder auch neuerdings verbrannt werden. da ist es ja wohl mehr als lächerlich, sich über ein einzelnes tier derart aufzuregen. tierschützer: wenn ihr euch aufregen wollt, dann bitte über tausende verbrannte rinder in england. da ward ihr nämlich erschreckend stumm.

die aktion ist meiner meinung allerdings gerade dazu gedacht gewesen, zum nachdenken über den umgang mit tieren nachzudenken. die kuh war also sozusagen eine märtyrer-kuh, die für ihre sache geschlachtet wurde.


teddy baer / 20.07.2001 / 10:23 antworten
wirklich toll!
was soll diese aktion bewirken? glaubt der
künstler tatsächlich, daß das schnitzel vom
tisch verschwinden wird?
wenn die kuh wenigstens über äthiopien
abgeworfen worden wäre, hätten wenigstens
ein paar arme kreaturen etwas zu essen
gehabt...
verbietet endlich diese perverse art von
angeblicher kunst!


alex barth / 20.07.2001 / 12:17 antworten
Re: wirklich toll!
diese perverse art von angeblicher kunst
ja, das möcht ich gern wissen, wer diesen begriff definieren könnte.

ich stelle mir ein gremium vor, dass von der bundesregierung (demokratisch wie der hauptverband der sv!!!) besetzt wird und wirkungsstudien zu geplanten kunstwerken in auftrag gibt und evaluiert. so kann vermieden werden, dass endlich nicht mehr soviel "perverse art von angeblicher kunst" umsonst gemacht wird.

ist ja UNGLAUBLICH!


ravi harris / 20.07.2001 / 11:04 antworten
Re: wirklich toll!
lieber teddy baer!
Kannst du das vielleicht konkretisieren: Wer soll Kunst VERBIETEN und aus welchem Grund?

Mister Nape / 20.07.2001 / 09:56 antworten
Überaus sinnvoll
Ich befürworte solchee Aktionen jeder Zeit, da die Menschen der heutigen Gesellschaft sich nicht mehr mit der Tatsache auseinandersetzen, dass das Fleisch das sie konsumieren einmal ein Lebewesen war.
Ich selber bin kein Vegetarier aber unterstütze diese Interessensgemeinschaft voll und ganz, da man nur Fleisch essen sollte wenn man sich auch mit dem Tod der Nahrung befasst und ihn als real ansieht.
Wer kein Tier selbst töten könnte sollte kein Fleisch essen.

Feedback sehr erwünscht!


Charly 66 / 20.07.2001 / 09:43 antworten
Kunst?!?!
Ok, ich verstehe gewisse Künstler-Botschaften nicht, erkenne aber Kreativität und/oder eine Botschaft dahinter. Aber hier? Riecht schlicht nach Mediengeilheit. Da wir diesen Schmarrn jetzt auch hatten, brauchen wir wohl bald ein Gesetz, das den Abwurf menschlicher Organe oder Körper (wie hier bereits vorgeschlagen) aus Verkehrsflugzeugen regelt. Ich sage regeln, verbieten lässt sich ja so etwas nicht: gehört ja um Gottes Willen(!) zur künstlerischen Freiheit! Oder?

Peter Chudy / 20.07.2001 / 09:13 antworten
Aktion nicht neu aber gut
Die Aktion ist nicht neu, in Spanien werden zB Ziegen vom Kirchturm geworfen, Gottfried Bechtold hat vor Jahren ein Schwein mit einer Teerwalze überfahren. Solange jedoch Fleisch vom Menschen verzehrt wird haben solche Aktionen, die dies verauschaulichen ebenso ihre Daseinsberechtigung wie der Stierkampf.
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Ghost Dog / 20.07.2001 / 08:46 antworten
Kunst und Provokation
Das Kunst nicht immer ästhetisch ist, wissen wir bereits von Nitsch und haben uns auch schon fast daran gewöhnt. Für Tierblut- bzw. Kadaverexperimente habe ich keinerlei Verständnis - jedoch finde ich das Verhältnis der ÖsterreicherInnen zu Fleisch schon gestört.

Bevor das Fleisch schön verpackt in die Regale kommt müssen die Tiere nun einmal geschlachtet und zerstückelt werden. Vielleicht hilft da die nun von der EU vorgeschlagene bessere Deklarationspflicht für Wurst und Konservendosen.

Und außerdem:
Jeder Zeit ihre Kunst - jeder Kunst ihre Freiheit! (oder so ähnlich)


Josefine Mutzenbacher / 20.07.2001 / 08:43 antworten
Menschenleiche
Ich würde gerne die gleiche Show mit einer menschlichen Leiche durchführen. Am besten mit der Kinderleiche eines Kindes, daß in einem der zahlreichen Kriege der letzten Jahre getötet wurde oder vielleicht doch eines, das von einem Elternteil umgebracht wurde? Naja, egal, hauptsache möglichst dramatisch und so, daß es viele Schlagzeilen bringt!

brainz mitdenker / 20.07.2001 / 10:40 antworten
Re: Menschenleiche
so ein blödsinn
so ein blödsinn! gemordete kinderleichen haben
doch mit einer toten kuh nix zu tun. sie haben's
wiedermal garnicht verstanden!


Walther Modin / 19.07.2001 / 23:54 antworten
Steigerungen gefällig
Irgendwann wird man einen Selbstmörder, der von einem Hochhaus gesprungen war, wieder zusammenklauben und aus einem Hubschrauber werfen (samt Eingeweide, als Steigerung, beim zweiten Mal). Als Begründung biete ich an, dass dies sicher seiner Intention entsprach, und nur aus Mangel an Gelegenheit von ihm versäumt wurde. Schwachsinnige Begründungen sonder Zahl erwarte ich mir von den "Kunst"kritikern.....

Pirx  / 19.07.2001 / 22:44 antworten
es gibt ...
...zig moeglichkeites was grausliches tu tun und es dann kunst zu nennen, aber es gibt nur wenige moeglichkeiten der "schoenen" kunst. die methode ist einfach: ich lass mir was bloedes einfallen und konstruiere dann meine ganze argumentation um die aktion herum. dann sag ich noch, ich wolle zur diskussion anregen. no na, natuerlich kommts zur oeffentlichen diskussion. die ist das einzig gute an der sache. aber die macht ja nicht der "kuenstler". darum ist flatz einfach ein schlechter kuenstler. ich bin aber absolut gegen ein verbot der aktion, denn das wuerde ja auch die hochinteressante und notwendige diskussion unterbinden. sowas ist immer ein gradmesser der toleranz einer gesellschaft. in einem land, wo sowas verboten ist moechte ich nicht leben muessen. aber wer weiss, vielleicht sind wir in oesterreich ja schon so weit. ich werde morgen die probe aufs exempel machen und ein hakenkreuz vor die fp-zentrale scheissen...

Helmut Huber / 20.07.2001 / 11:00 antworten
Re: es gibt ...
Wie soll das gehen??
Mit Dünnpfiff-airbrush??????????????

Eine Kreatur / 19.07.2001 / 22:22 antworten
des viech is ja eh schon tot, was wollen´s mehr??
???
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Walter Hofer / 19.07.2001 / 21:48 antworten
"Kunst"
Hallo, ich bin auch Künstler! Ich k...e nämlich auf die "Kunst" des Flatz, und gebe damit meinem Verständnis Ausdruck!

Amadeus Felipe / 19.07.2001 / 21:14 antworten
Keine Kunst
Normalerweise werden solche Leute in eine Irrenanstalt eingeliefert. Mit Kunst hat das sehr wenig zu tun. Im Grunde genommen könnte man alle Tätigkeiten als Kunst verkaufen, wenn das so weitergeht.

jim rosenkrantz / 19.07.2001 / 22:07 antworten
Re: Keine Kunst
alles kunst
genauso ist es auch, amadeus. kunst ist das, was als kunst deklariert wird. die surrealisten erklärten verkehrtherum aufgehängte pissoirs und auf podesten präsentierte scheiße zu kunst. damals war das subversiver protest gegen den kunstbetrieb.
heute gibt es keine verbindlichen kriterien mehr dafür, was kunst ist. es wird ausgehandelt zwischen den eingeweihten der kunstszene, sprich ein kurzzeitig dominantes kunstverständnis bestimmt was ins museum kommt. damit man etwas zu kunst erklären kann, muss man allerdings als künstler anerkannt sein, damit man als künstler anerkannt wird, muss man auffallen.


saskia gschwind / 20.07.2001 / 12:15 antworten
Re: Re: Keine Kunst
noch etwas senf
hr. brock meint wir wären eine von krieg und not
befreite spassgesellschaft und keiner
existenziellen bedrohung ausgesetzt. ich meine
dass wir dieses sehr wohl sind nur kriegen wir den
krieg nicht mit. und das fleisch können wir fein
abgepackt den supermarktregalen entnehmen
»distanzgesellschaft«.
lieber hr. rosenkrantz ich glaub sie verwechseln
»die surrealisten« mit den wiener aktionisten und
das pissoir ist von duchamp und der war
dadaist/surrealist und vor allem er selbst. haben
sie ein problem mit pissoirs?
hr. felipe ein mensch mit feingefühl sie wissen
was normal und nicht normal ist und das irre
gehört eben ganz normal und normalerweise
weggesperrt.ich finde sie sind


alex barth / 20.07.2001 / 08:22 antworten
Re: Re: Keine Kunst
zu kunst erklären...
ich stimme deiner feststellung zu, dass kunst ist, was als kunst deklariert wird. sie braucht vielleicht die aufmerksamkeit des kunstbetriebes(?), sicher aber nicht dessen "zustimmung", wenn ich das so interpretieren darf. kunst findet auch ausserhalb von museen statt (ganz besonders dort, denke ich).

dass "man etwas zu kunst erklären kann, muss man allerdings als künstler anerkannt sein" stimmt vielleicht, wenn man im etablierten kunstbereich eindruck schinden muss. das ist dann wie in einem ewig sich selbst referenzierenden system...

und "damit man als künstler anerkannt wird, muss man auffallen" stimmt aus dem zusammenhang gerissen schon, weil kunst im kellergeheimlabor nur für mich selbst, funktioniert glaub ich nicht.

alex


Josefine Mutzenbacher / 19.07.2001 / 18:28 antworten
krank
Es ist eigentlich ganz egal, ob das eine BSE Kuh ist oder nicht. Menschen, die so etwas tun oder sich so etwas anschauen, sind ohnehin bereits krank!

nikolaus heger / 19.07.2001 / 20:42 antworten
Re: krank
kuh abwerfen verboten!
echte kritik an der aktion ist wohl durchaus angebracht, aber warum soll er nicht seine kuh abwerfen duerfen? ich versteh' nicht warum manche leute kritik immer gleich mit verbieten gleichsetzen... was einem nicht passt muss gleich und sofort verboten werden... die deutschen (und oesis genauso) lieben einfach das verbieten von dingen.

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Thomas Zaric / 20.07.2001 / 09:04 antworten
Re: Re: krank
Mhm,
...von Ethik noch nie was gehört?

Es gibt ungeschriebene Gesetze, und soeinen Schwachsinn wie eine Kuh vom Helikopter zu schmeißen, kann wirklich nur Leuten aus der 1. Welt einfallen, die mit ihrer Zeit nichts besseres mehr Anfangen können!

Dieser "Künstler" sollte lieber Hilfstransporte oder vor-ort Projekte ins Leben rufen und unterstützen, um Menschen zu Helfen, die nicht wissen, wie sie den nächsten Tag überleben sollen... und wir schmeißen Kühe aus Helikopter...

Arm, wirklich arm

MfG TZ



brainz mitdenker / 20.07.2001 / 10:44 antworten
Re: Re: Re: krank
gestörtes verhältnis
nichts begriffen!

Er wollte nach eigenen Angaben mit der
"Fleisch" betitelten Performance das seiner
Ansicht nach gestörte Verhältnis der Gesellschaft
zum Fleisch anprangern


genau das ist ihm ja scheinbar gelungen. die
arme kuh darf nicht vom helikopter hängen, aber in
den suppentöpfen und über'm feuer der
allgegenwaertigen grillmeister darf si sich
(zerstückelterweise) wohlfühlen??

wann werden wir uns damit abfinden, dass man
steaks nur dann bekommt, wenn zuvor ein rind
geschlachtet wurde. es gibt nun mal keine
fleisch-spritzgussmaschinen.


hans beutelgesicht / 20.07.2001 / 13:49 antworten
Re: Re: Re: Re: krank
nebenbei:
doch doch mein freund! es gibt fleisch-spritzgussmaschinen! oder wie denkst du wird leberkäse gemacht?...

Lukasz Szopa / 20.07.2001 / 10:40 antworten
fijaka@yahoo.com
Re: Re: Re: krank
Ethik?
Ich sehe die Verbindung zwischen KUNST (ob sie einem gefällt oder nicht), und der HUMANITÄREN HILFE.
Ich begrüße die Aktion - als einen Akt der Freiheit. Ich finde sie als Kunst - langweilig und nicht originell, und wenig kreativ. Gut und wichtig finde ich aber, daß über FLEISCH diskuttiert wird! - Für mich, selber Fleichesser, gibt es keinen substanziellen Unterschied zwischen Kuh-Fleisch, Fisch-Fleisch, Menschen-Fleisch oder Hühner-Fleisch. Wichtig ist WIE man es angeht, es behandelt - noch als Lebewesen, und als "Sterbewesen". Daher hätte ich ncihts dagegen, wenn man z.B. meine Leiche (wenn ich schon ohnehin tot wäre) vom Hubschrauber oder Zeppelin abwirft - FALLS ich selbst meine Leiche dazu zur Verfügung stellen würde/werde. Eine Kuh hat solche Entscheidung nicht.
Auf der anderen Seite sehe ich die Connection zu humanitären Hilfe nicht!!! Bei all dem oben gesagten habe ich öfters an humanitären Projekten (ob mit oder ohne Fleisch!) mit voller überzeugung teilgenommen.


Pi der Grieche / 20.07.2001 / 10:32 antworten
Zeitmaschine@aon.at
Re: Re: Re: krank
Blut und Kühe
... aber genau darum geht es ja, wir kennen den wirklichen Schrecken nicht mehr, wir kennen bloss dessen Bilder aus den Medien.
Auch die gefallene Kuh kennen die meisten nur aus den Medien. Nur wer das Spektakel wirklich gesehen hat, bekommt eine (grausliche) Ahnung davon, was Schrecken eigentlich bedeutet.
Seien wir ein bisschen froh, dass wir bereits keine Angst mehr haben müssen, vor Blut, zerissenem Fleisch und vielleicht auch gar nicht mehr vor dem Tod? -Pi-




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