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Klosterneuburg - Sammlung Essl: "Visions of America"

Wie amerikanisch sind die Visionen?

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer
Mit rund 130 Arbeiten werden in Klosterneuburg derzeit moderne "Visions of America" präsentiert - von Expressionismus bis zur Konzeptkunst, von Minimal- bis Pop-Art.

Das österreichische Webverzeichnis! Es ist die Verbindung zweier Sammlungen: die der Sonnabend Collection in New York und der Sammlung Essl, unter dem Gesichtspunkt amerikanischer Kunst. Da sich das Ehepaar Essl 1959 in New York kennen lernte, ist es nicht zuletzt eine Art familiäres Heimspiel. Auch die Sammlerin und Galeristin Ileana Sonnabend vermittelte Kunst zwischen den beiden Kontinenten: Sie war in erster Ehe mit dem legendären Galeristen und Kunsthändler Leo Castelli verheiratet, mit dem sie seine erste Dependance in New York aufbaute. Barbara Steffen, in Wien zuletzt durch die Francis-Bacon-Show im Kunsthistorischen Museum aufgetreten, ist die vermittelnde Kuratorin.
Sie wählte 130 Arbeiten aus, um einen Einblick vom abstrakten Expressionismus über Post-painterly Abstraction, Pop-Art, Minimal und Konzeptkunst bis zu einigen aktuellen Vertretern von Malerei und Fotografie zu geben. Zum Teil ist es natürlich das, was Agnes und Karl-Heinz Essl seit den 80er-Jahren von Amerikanern gekauft haben: so z. B. Farbfeldmalerei von Morris Louis, Kenneth Noland, Frank Stella, Sam Francis, die aus den permanenten Sammlungsübersichten schon bekannt sind. Dazu kommen Vorlieben in Fotografie für Cindy Sherman, Nan Goldin, den Aktionisten Paul McCarthey und Bill Viola oder Tony Oursler. Die neo-expressive Malerei der 80er-Jahre mit Julian Schnabel, David Salle, Ross Bleckner, Donald Baechler sowie die kühlen Gesellschaftsbilder eines Alex Katz ergänzen, Philipp Taaffe und einige andere gibt es in beiden Sammlungen.

Kongeniale Ergänzung

Die Sonnabend Collection ergänzt kongenial mit den klassischen Pop-Art-Positionen von Jasper Johns, Andy Warhol (Brillo-Kartons und Campbell-Soup-Cans sind zur bunten Liz vorhanden), Robert Rauschenberg, dazu auch Lichtenstein, Wesselmann und Rosenquist. Es folgt die Minimal-Art mit Donald Judd, mit den Neonröhren von Dan Flavin, Bruce Nauman; auch Keith Sonnier, Sol Lewitt, Robert Morris, Richard Serra, John McCracken und Richard Artschwager. Erweitert wird die Sammlung durch die ironischen bis aktionistischen Werke eines Jeff Koons, Haim Steinbach oder John Baldessari. Eine Reihe von Magnum- Fotografien führt im Eingangsbereich die Geschichte der Sammlung vor Augen; als weitere Fotokünstler sind hier Hiroshi Sugimoto, Clifford Ross oder Lawrence Beck zu finden.
Es fällt auf, dass die Action-Painters der ersten Generation in beiden Sammlungen nicht vorhanden sind. Auch sind einige schwächere oder langweiligere Namen angegliedert, die in Europa ohnehin wenig bekannt sind. Natürlich ist die Aufstellung einigermaßen chronologisch aufgebaut; und die Positionen sind kunsthistorischen Gruppenbegriffen zugeordnet, denn Sammlervorlieben lassen sich schwer im Aufbau akzentuieren. Die nötige Frage: wie amerikanisch ist diese Kunst? wird gestellt, jedoch zeigt sich als einzige Ähnlichkeit beider Sammlungen, dass bei Künstlerinnen und Künstlern direkt gekauft wurde. Im Katalog ist so manches aus den Interviews zu erfahren: Patrick Werkner, Sonja Traar und Mary Anne Redding liefern neben Steffen die informativen Texte.

Lohnende Beispiele

Auch wenn es vielleicht keine auf Spannung gesetzte Ausstellung ist, lohnt es sich, wesentliche Beispiele zu sehen und die Sammlungsgeschichte der "Grande Dame der New Yorker Kunstszene" in "Visions of America" noch bis zum 6. März nachzuvollziehen.

Erschienen am: 29.12.2004

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