VN Mo, 15.7.2002

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KOMMENTAR

Geistreiches und Skurriles

VON CHRISTA DIETRICH E-MAIL: christa.dietrich@vn.vol.at

Gottfried Bechtold, der mit seinen Arbeiten - inklusive Göttin Artemis, "gewachsen" aus Pflaumenholz - die Ausstellung "Medium Berge" im Bregenzer Künstlerhaus krönt, hat den Vernissagebesuch am Samstag nicht mehr geschafft. (Der Künstler befand sich zuletzt im Dauerstress.) Ansonsten sind so ziemlich alle gekommen, die in Vorarlberg als Kunstinteressenten gelten, und vernahmen von Kurator Oscar Sandner ("der Verbrecher wurde an den Ort seiner Verbrechen zurückgelockt") nicht nur Ironie und Witz. Der ehemalige Kulturamtsleiter und Begründer der großen Bregenzer Sommerausstellungen offerierte in der Eröffnungsrede auch Philosophie und Historie.

Die Erzählung von der Begegnung des in Bregenz lebenden Blodig mit Mallory, von dem man nicht sicher weiß, ob es ihm doch gelungen ist, den höchsten Gipfel der Erde zu bezwingen, haben viele gerne gehört. Die offizielle Eröffnung verlief ohne großes Spektakel. Passend zur Ausstellung mit ihrem geistesgeschichtlichen Gehalt und den subtilen Hinweisen auf die Provokation Berg.

Hohenems lieferte die zweite Ausstellungseröffnung des Tages. Man präsentiert mit Bohuslav Martinu im Zentrum "ems at & co" den Komponisten der diesjährigen Festspieloper "Julietta". Liebevoll von der Wissenschaftlerin Martina Muchova zusammengetragen, mutet der biographische Abriss auf Schautafeln auch etwas skurril an. Im Übrigen bieten nicht nur die Festspiele Raritäten, ein Ensemble der "tonart"-Musikschule interpretierte eine echte Martinu-Trouvaille.

Gegen Mitternacht im Magazin 4 in Bregenz. Zum großartigen Ausstellungsprojekt "Magazin im Magazin" mit rund 1700 im Sekundentakt an die Wand projizierten Fotoarbeiten internationaler Künstler bot Metal Guru Labin Art Express an sich ein Kontrastprogramm. Der Stoffmantel einer Metallskulptur war in Sekunden niedergebrannt. Das war's und das war etwas wenig. Und zwar nicht, weil es das Finale eines Vernissagetages war.




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