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Kunsthalle: Politik will Vorwürfe gegen Matt überprüfen

11.04.2011 | 15:48 |  (DiePresse.com)

Museumsdirektor Gerald Matt soll seine Mitarbeiter eingesetzt haben, um einen privaten Auftrag abzuwickeln. SPÖ und ÖVP wollen den Vorwurf aufklären. Kritik gibt es auch an Kulturstadtrat Mailath-Pokorny.

Nach dem inzwischen zurückgetretenen MAK-Direktor Peter Noever steht nun Kunsthallen-Direktor Gerald Matt in den Negativ-Schlagzeilen: Ihm wird vorgeworfen, Mitarbeiter seines Hauses eingesetzt zu haben, um einen privaten Auftrag - ein Buchprojekt und zwei Ausstellungen im Parlament - abzuwickeln. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Profil". Demnach habe Matt 15.000 Euro Honorar erhalten und die involvierten Mitarbeiter erst honoriert, als das Magazin zu recherchieren begann.

Die Wiener ÖVP will die Anschuldigungen gegen Matt überprüfen lassen. "Um diesen Sachverhalt zu klären, wird die ÖVP ein Prüfersuchen an das Kontrollamt stellen", kündigte Klubchefin Christine Marek am Montag an.

Auch die Wiener SPÖ will die Anschuldigungen überprüfen: "Wir sind selbstverständlich an vollster Transparenz, Kontrolle und der Aufklärung der Vorwürfe interessiert", betonte Kultursprecher Ernst Woller. Um die Anschuldigungen "kritisch" hinterfragen zu können, spreche nichts gegen eine zusätzliche Kontrolle, "sei es nun durch die zuständigen Rechnungshofprüfer oder durch das Kontrollamt". Die SPÖ gehe - nach Auskunft des Vereinsvorstands der Kunsthalle - davon aus, "dass die diesbezügliche Vorgangsweise durch entsprechende Beschlüsse gedeckt gewesen ist".

Kritik an Mailath-Pokorny

Kritik gibt es vonseiten der ÖVP auch an Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ). Für den Ressortchef herrsche "akuter Handlungsbedarf", meint die Wiener VP-Chefin Christine Marek: "Es kann nicht sein, dass schon wieder ein Direktor einer Kulturinstitution in Wien das ihm anvertraute Haus und seine Mitarbeiter für private Zwecke missbraucht", ärgerte sie sich. Die Stadt finanziert laut ÖVP mit mehr als vier Millionen Euro Subvention den Großteil des Kunsthallen-Betriebs.

In Sachen Kontrollamt will die Volkspartei vorerst aber nicht aktiv werden, sondern Mailath-Pokorny den Vortritt lassen. Dieser solle selbst ein Prüfansuchen stellen. Erst wenn der Ressortchef der Forderung nicht nachkomme, werde man selbst aktiv. "Wir werden jetzt sehr genau beobachten, was der Kulturstadtrat in dieser Angelegenheit selbstständig unternimmt, oder ob er versucht, die Sache zu verharmlosen und unter den Tisch fallen zu lassen", drohte Marek.

Matt ist außerdem Geschäftsführer der "Kunst im öffentlichen Raum Ges.m.b.H", die laut ÖVP 800.000 Euro Subvention erhält. "Es kann nicht sein, dass sich Direktoren von Kulturinstitutionen immer mehr Funktionen, Standorte und Subventionen aneignen, dann aber kaum ihrer eigentlichen Arbeit nachkommen, sondern diese lieber ihren Mitarbeitern aufbürden und selbst als unabhängige Autoren und Künstler auftreten wollen", übte ÖVP-Kultursprecherin Isabella Leeb Kritik. Man werde "diesbezüglich" an Mailath-Pokorny "einige entsprechende Fragen" richten, kündigte sie an.

Kunsthallen-Vorstand steht hinter Matt

Der Kunsthallen-Vorstand stellte sich hinter Direktor Matt. Sowohl die beiden Ausstellungen im Parlament als auch das Buchprojekt seinen vom Vorstand von Anfang an begrüßt worden, versicherten Präsident Thomas Häusle und dessen Vize Siegfried Menz in einer gemeinsamen Aussendung. Bezüglich des Buchprojekts habe Matt gegenüber dem Vorstand von Anfang an besonderen Wert daraufgelegt, "dass sämtliche externen Leistungen von Honoraren für Interviews über Druck und Grafik des Buches sowie Überstunden von Mitarbeitern gesondert aus dem Parlamentsbudget beglichen werden".

 


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