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Kunstberichte

Wo die Zitronen blühten

Illustration
- Im neuen Kubus: Husslein (l.) und Architektin Susanne Zottl.  Foto: pressefotos.at/ Formanek

Im neuen Kubus: Husslein (l.) und Architektin Susanne Zottl. Foto: pressefotos.at/ Formanek

Aufzählung Die Orangerie wird zum Herzstück des neuen Belvedere.
Aufzählung "Gartenlust" startet am 22. März.

Wien. (ju) "Achtung, hier sind noch Löcher im Boden", warnt Agnes Husslein, Direktorin des Belvedere. In der Orangerie beim Unteren Belvedere ist unverkennbar noch Baustelle – schon am 22. März startet hier aber Hussleins erste Ausstellung "Gartenschau. Der Garten in der Kunst".

Die Orangerie, am Beginn des 18. Jahrhunderts von Prinz Eugen von Savoyen erbaut, ist Veränderungen gewohnt: Zuerst als Pomeranzenhaus Heimat exotischer Pflanzen wurde das Gebäude unter Maria Theresia unter anderem Quartier der Leibgarde. Ab 1776 diente die Orangerie bereits als Bilddepot der Kaiserlichen Sammlungen. Nach dem Ersten Weltkrieg war sie Herberge für die Moderne Galerie, seit 1953 für die mittelalterliche Kunst.

Husslein, seit 1. Jänner im Amt, lässt nun keinen Stein auf dem anderen: Bereits am ersten Tag ihrer Amtszeit begann sie mit der Übersiedlung der MIttelaltersammlung in das Obere Belvedere. Hier soll nun der Sammlungsbestand des Belvedere gezeigt werden. Im Unteren Belvedere und in der Orangerie werden Sonderausstellungen stattfinden, auch um näher an der Innenstadt zu sein.

Nach "Gartenlust" startet am 3. Oktober die Großausstellung "Wien-Paris", die im Unteren Belvedere und der Orangerie gezeigt wird.

Die Orangerie wird für die Herausforderungen mit einem Architekturkonzept bewaffnet: In den großen Raum, der durch seine Fenster im Sommer stark aufgeheizt wird, stellt man einen weißen Kubus (350 Quadratmeter). Hier können unter besseren Klima-Bedingungen Ausstellungen programmiert werden.

Um den Kubus führt ein Wandelgang mit Blick auf den Kammergarten. Hier sollen die Brunnenbecken mit neuer Technologie adaptiert werden: Kostenpunkt 7,8 Millionen Euro, die von der Burghauptmannschaft finanziert werden. Diese trägt mit dem Kunstministerium auch den Umbau der Orangerie (1,5 Millionen Euro).

Donnerstag, 01. März 2007


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