diepresse.com
zurück | drucken

03.04.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung
Das Leben, eine Session
VON ALMUTH SPIEGLER
Viennafair. Nummer zwei startet am Donnerstag.

K
leine feine Events sind ihm wichti ger als großspurig besetzte Podien, zielgerichtete Inhalte zählen für ihn mehr als blankpolierte Zahlen, Wurzeln in der Szene liegen ihm näher am Herzen als die ewig gleichen Big Names aus New York. Passt eigentlich so gar nicht zum Leiter einer Kunstmesse. Manchmal merkt man Edek Bartz eben stark an, dass er, der jahrzehntelang Musikfestivals und Konzerte von den Rolling Stones bis Falco organisierte, die Jugendkultur nur mit einer Mission in Richtung Kommerz verlassen hat.

Noch trägt die junge Wiener Messe für zeitgenössische Kunst, deren zweite Ausgabe Mittwochabend mit der Vernissage beginnt, aber nicht seine Handschrift. Schließlich ist Bartz (*1946) erst seit Herbst 2005 dabei, er löste die Kunstsammlerin Gabriele Gantenbein ab, die eine ziemlich anständige Messe-Premiere mit allerdings "nur" rund 10.600 Besuchern hinlegte. Man kann also gespannt sein auf 2007 - ob es entweder wieder eine neue Leitung gibt. Oder ob Bartz seine Visionen durchsetzen kann.

Doch erst einmal - was erwartet uns heuer: Ein bisschen Bartz kündigt sich bereits mit der in die Halle integrierten "Stagezone" für die mit der "Vienna Art Week" organisierten Diskussionen und Präsentationen an sowie den täglich von 18 Uhr bis Open End angesetzten After-Show-"Art Sessions" im "Project Space" am Karlsplatz.

Gleich geblieben ist der Schwerpunkt auf Galerien aus den CEE-Länder, also Central Eastern Europe, sprich ehemaliger Ostblock. Insgesamt nehmen 99 Galerien aus 19 Ländern teil, zu 80 Prozent sind es dieselben wie im Vorjahr. Die beiden wichtigsten Neueinsteiger sind sicherlich - am überraschendsten - der Londoner Moderne-Marktriese "Marlborough Fine Arts" und - weniger überraschend - Michael Neff, Chef der neuen Frankfurter Kunstmesse, an der Wiener Galerien, zum Teil aus dem Beirat der "Viennafair", heftig vertreten waren.

Nicht mehr dabei ist heuer etwa Esther Schipper aus Berlin. Die Teilnahme bei der ersten "Viennafair" sei eine Probe gewesen, die sich, leider, nicht rentiert habe, so ein Mitarbeiter der Galerie zur "Presse".

© diepresse.com | Wien