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Kufstein

Mo, 06.12.2010 | 11:40 Uhr

Widerhall innerer Wahrheiten

Hubert Scheibl zeigt in der Reither Galerie Schmidt neue Bilder und Arbeiten auf Papier.

Hubert Scheibl zeigt in der Reither Galerie Schmidt u.a. Bilder aus seinem 2009/10 entstandenen Zyklus „Echo“.Foto: Scheibl/Galerie Schmidt
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Von Edith Schlocker

Reith im Alpbachtal – Für Peter Weiermair ist Hubert Scheibl „ein Enkel“ von Max Weiler, der 58-jährige Künstler selbst nennt Sigmar Polke und Gerhard Richter als seine „Väter“. Was dabei herauskommt, ist höchst sehenswert. „Echo“ nennt der längst international gefragte ehemalige „Neue Wilde“ seinen jüngsten Zyklus, den der in Wien lebende Gmundner derzeit in der Reither Galerie Schmidt zeigt.

Wenn ein Maler wie Hubert Scheibl auf sein inneres Echo hört, kommt pure Malerei heraus. Ausgebreitet auf teilweise riesigen Leinwänden in unzähligen Schichten von Farbe. Die er in einem konzentrierten Prozess aus Aktion und Reaktion teilweise wieder abschabt, in die er hineinkratzt, partiell wieder übermalt, um nach dem Trocknen die Prozedur erneut zu beginnen. Und dies unzählige Male, bis für den Künstler das Bild fertig ist. Wodurch dieses oft fast dreidimensionale Züge annimmt, mehr Relief als Bild ist.

Um sich zu öffnen in unend- lich weite Farbräume, aus dem Hellen ins Dunkle und umgekehrt. Scheibls Bilder zeigen nichts Konkretes und sind trotzdem höchst assoziativ. Wenn auch für jeden anders. Da mag der eine durchaus eine Landschaft erkennen, der andere sieht dagegen einen Himmel, der sich für einen Dritten wiederum als pflanzliche Struktur offenbart.

Scheibls Bilder spiegeln die gesamte Palette menschlicher Emotionen. Sie sind zugleich aggressiv und ganz sanft, pastellig wie grell, der Pinselstrich laviert zwischen lasierender Zartheit bis zu pastoser Vehemenz. Malerische Prinzipien gehen eine reizvolle Symbiose mit grafischen ein, wobei der Künstler die Spuren seines zutiefst emotionalen Tuns niemals verwischt.

Hubert Scheibl ist ein Künstler, der gern in Serien arbeitet, um ein sich gestelltes Thema in diversen Facetten durchzudeklinieren. Wobei Filme bisweilen Anreger für solche Zyklen zu sein scheinen. Heißen sie doch „Odyssee im Weltraum“ oder „No Country für Old Men“, zwei Bildfolgen, die in ihrer spezifischen Farbigkeit bzw. formalen Anmutung cineastische Assoziationen provozieren. Die Serie „Dave“ erinnert dagegen im weitesten Sinn an Pflanzliches, herausgekratzt aus fast weißen Vordergründen. Während die mit Silberfarbe gemalten Bilder aus der Serie „Nicotin on Silverscreen“ sich geheimnisvoll mit dem Wandel des Lichts zu verändern scheinen.

Aber auch Arbeiten auf Papier zeigt Scheibl in Reith. Teilweise gemalt auf Fotografien als oft allzu leichtgewichtiges Spiel mit Vorhandenem.

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