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MUMOK und Albertina zeigen "den ganzen Gertsch"
Wien (APA) - Zu einer "ungewöhnlichen Premiere" begrüßte am Dienstag Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder die Journalisten: Erstmals gibt es ein "Paarlaufen" mit dem Museum Moderner Kunst (MUMOK). Ein Jahr nach dem 75. Geburtstag des Schweizer Künstlers Franz Gertsch zeige man gemeinsam "den ganzen Gertsch", so Schröder. Beide Ausstellungen werden am Donnerstagabend eröffnet.

Während auf der Eingangsebene im MUMOK eine Retrospektive auf das malerische Werk von 1951 bis 1984 präsentiert wird, schließt die Basteihalle der Albertina unter dem Titel "Naturporträts" mit Holzschnitten und Gemälden ab 1986 an. So verschieden die gezeigten Werke in der Technik sind, monumental sind sie fast alle. Die Präsentation im MUMOK, die auch eine kleine Auswahl aus dem Frühwerk des 1930 im Kanton Bern geborenen Künstlers beinhaltet, bringt auch in Wiedersehen mit zwei großen fotorealistischen Gemälden: "Medici", das eine Gruppe fröhlicher Schweizer Hippies hinter einer Baustellen-Absperrung zeigt und 1972 bei der documenta 5 für Gertsch den internationalen Durchbruch brachte, sowie "Johanna", ein Porträt von Johanna Dichand. Beide Arbeiten waren als Leihgaben im Palais Liechtenstein zu sehen. Mitte der 1980er Jahre wandte sich Gertsch für ein Jahrzehnt völlig von der Malerei ab und konzentrierte sich auf ebenfalls riesige Holzschnitte, für die er mittels Diaprojektionen eine neue Technik entwickelte. "Alle Holzschnitte sind Unikate", erläuterte Schröder, der sich über die "weltweit erstmalige" Präsentation derart vieler Holzschnitt-Arbeiten von Gertsch freute.

APA 13:03 17.10.2006
 
   


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