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Prix Ars Electronica für "blutiges" Projekt mit Pferd

26.05.2011 | 13:37 |  (DiePresse.com)

Die Gewinner der Goldenen Nicas stehen fest: Ein Preis ging an ein provokantes Pferd-Mensch-Projekt samt einer Blutplasma -Injektion. Ein Zwölfjähriger erhält eine Ehrennennung.

Ein provokantes Kunstprojekt wird heuer mit dem Prix Ars Electronica, dessen Gewinner am Donnerstag bekannt gegeben wurden, in der Kategorie "Hybrid Art" ausgezeichnet: Eine Französin hat sich in einer Performance Blutplasma eines Pferdes injiziert und so tierischen und menschlichen Organismus gekreuzt.Das Projekt von "Art Oriente Objet" nennt sich "May the Horse Live in me". Dem Art Oriente Objet" wird wie sechs weiteren Preisträgern am 2. September im Brucknerhaus in Linz eine Goldene Nica überreicht. Das gaben die Festival-Leiter Christine Schöpf und Gerfried Stocker am Donnerstag bekannt.

Der Prix Ars Electronica kürt jährlich die besten Arbeiten aus der zeitgenössischen Medienkunst. Sieben Fachjurys hatten heuer die Wahl aus über 3600 Einreichungen aus 74 Ländern. Etwa 125.000 Euro aus dem 500.000 bis 600.000 starken Budget gehen an die Preisträger. Der Prix sei ein Platz für jene, die sich kritisch mit Medien auseinandersetzen, so Schöpf. Stocker betonte, dass man früh herausfinde, wo sich die Kunstcommunity hinbewege, wodurch etwa die 2007 eingeführte Kategorie "Hybrid Art" kreiert wurde.

"Auflösunge von Artengrenzen"

"May the Horse Live in me" von "Art Oriente Objet" thematisiere die "zunehmende Auflösung von Artengrenzen", so Stocker. Die Gruppe habe sich sehr früh um Fragen der biotechnologischen Entwicklung Gedanken gemacht und eine sehr provokante Arbeit geliefert.

Taubendreck als Putzmittel

Einen Award of Distinction in der Hybrid Art erhielten ein Projekt aus Belgien, das Tauben mit einer Bakteriensorte füttert, die ihre Ausscheidungen in ein Scheibenputzmittel und die "Biester" in Nutztiere verwandelt.

Ein Award of Distinction geht auch an die deutsche Christina Lahr: Sie überweist dem Finanzministerium seit 2009 täglich einen Cent und dazu 108 Zeichen aus "Das Kapital" von Karl Marx - in etwa 40 Jahren sollte das ganze Buch im Ministerium gelandet sein.

Kopfkissen erzählen Geschichten

In der Jugendkategorie "u19 Create Your World" ging die Nica an "Weltherberge: Schulhaus" der HBLA Künstlerische Gestaltung in Linz und der HTBLA Leonding. Für Projektleiterin Susi Windischbauer lebt das Konzept der Schüler Interaktivität. Man kann zum Beispiel im Bett des kreierten Hotelzimmers seine eigene Geschichte hinterlassen, sich aber auch vom Kopfkissen eine Story von einem Vor-Besucher erzählen lassen.

Eine Erwähnung ehrenhalber gibt es für einen erst Zwölfjährigen: "Die gut gemeinten Fesseln" des Wieners Bernhard Riedl, das eine Honorary Mention erhielt. Die - in einer kurzen Szene auch 3D - Animation thematisiert Umwelt und Klima.

Brüchige Internetverbindung

Den voestalpine-Preis "the next idea" holte sich die P2P Foundation aus den Niederlanden mit "Choke Joint Project", das darauf hinweist, wie einfach es ist, die Internetverbindung für weite Teile der Bevölkerung auszuschalten. Das Engagement des Unternehmens habe den Anspruch, "jetzt schon Themen aufzugreifen, die uns in einigen Jahren beschäftigen werden", so Konzern-Sprecher Gerhard Kürner.

Goldene Nicas gingen auch an die norwegische Künstlerin Jana Winderen (Digital Music & Sound Art) und den Italiener Alessandro Bavari (Computer Animation). Winderen "nimmt das Unaufnehmbare auf", so Prix-Produktionsleiter Martin Honzik, nämlich das Schwimmen von Fischen oder Geräusche von Schalentieren. Bavaris Film "Metachaos" beeindruckt im Wechsel zwischen Harmonie und Chaos und im Zusammenspiel von Bild und Sound.

"Interactive Art"-Preisträger Julian Oliver und Danja Vasiliev manipulieren in "Newstweek" aus der Ferne Nachrichten, die gerade auf einen Computer geladen werden. Ein Informationsprojekt gewann die Kategorie "Digital Comnmunities". "Die Fundacion Ciudadano Inteligente" ist eine chilenische Non-Profit-Organisation, die über das politische Geschehen informiert und Bürgerbeteiligung herstellen will.


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