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Jüdisches Museum Wien: Alexander Rodtschenko

Im experimentellen Winkel

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer
Das Monat der Fotografie ist bis 12. Dezember auch in das Jüdische Museum eingekehrt. Und hat dort einen großen Namen parat: Alexander Rodtschenko.

Das österreichische Webverzeichnis! In einer beachtenswerten Installation von Thomas Geisler, der das Experimentelle als gegenwärtiges Fotolabor im roten Licht umgesetzt hat, werden mehrere Serien von Moskauer Stadtbildern der Jahre um 1930 präsentiert. Sie stammen aus der Sammlung des Museums "Moskauer Haus der Fotografie", als Kuratoren waren Olga Sviblova und Alexander Lavrentiev tätig.
Rodtschenko begann 1925 mit einer West Pocket Kodak-Kamera vom Dach seines Wohnhauses mit perspektivischen Verkürzungen die Höfe und Häuserschluchten, Plätze und Straßen ins Visier zu nehmen; später verwendete er - wie Cartier Bresson - die "schnelle" Leica.
Er kletterte auf viele prominente Bauten wie das Bolschoi-Theater, um seine besonderen Ein- und Ansichten zu bekommen. 1932 bekam er Aufträge des Verlags Isogis für die bekannten Zeitschriften "Die UdSSR auf der Baustelle", "Dajosch!", "Smena" und "Wetschernjaja Moskwa"; nebenbei war er der Filmarchitekt von "Moskau im Oktober."
Dabei gelang ihm der Wechsel von der gegenstandslosen Abstraktion der Avantgarde von um 1920 zu Themen des modernen städtischen Alltags. Die Fotografie gab ihm die Möglichkeit soziale Studien und das Ideal dynamischer geometrischer Komposition mit Hilfe außergewöhnlicher schräger Draufsichten und Ausschnitte zu verbinden.
Aufnahmen von Demonstrationen oder Sportveranstaltungen geben die Begeisterung für die "Masse Mensch" in dieser Zeit wieder; die Häuserschluchten und Industriearchitekturen, wie der Schuchowturm aus Eisengestänge in "Froschperspektive", sind dabei ebenso eindrucksvoll wie der diagonale Blick auf eine breite Stiege mit einer einzigen Mutter mit Kind am Arm auf den abstrakten Schattenstreifen.
Es versteht sich von selbst, dass diese trotz ihrer Geschichtsträchtigkeit zeitlos gebliebenen Schwarz-Weiß-Fotografien und Postkarten heute gesuchte Raritäten geworden sind. Der Wechsel vom stark räumlichen Blickwinkel in belebte Straßen zu flächenhaften Vogelperspektiven voll dekorativer Liebe zum Detail, zeigt den ehemaligen Revolutionär als einen der besten und wichtigsten Fotoreporter der klassischen Moderne.
Natürlich ist auch das Neue mit Architekturen seiner Zeitgenossen Alexander Wesnin und Konstantin Melnikow ein weiterer und eigener Aspekt in diesem Werk. Die Ästhetisierung von Fabriks-Themen, Strommasten, Händlern in den Straßen oder Haltestellen durch Schattenspiel und
ungewöhnliche Komposition war für ihn aber auch die Möglichkeit als Avantgardist, versteckt hinter realen Inhalten der Fotografie, seinen abstrakten Ursprüngen und Leidenschaften gerecht zu bleiben.

Erschienen am: 18.11.2004

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