Salzburger Nachrichten am 12. Juni 2005 - Bereich: KA
Venedigs Biennale öffnet für das Publikum

Startschuss für die berühmteste und älteste Schau der Gegenwartskunst: Nach dreitägiger Presse-Vernissage hat die 51. Kunstbiennale in Venedig am Sonntag ihre Tore für das Publikum geöffnet. Bis zum 6. November vereint die Ausstellung Malerei, Skulpturen, Fotografien, Installationen, Performances und Kunstvideos aus der ganzen Welt.

"Die Biennale verwandelt Venedig in die Welthauptstadt der Kunst", erklärte Biennale Präsident Davide Croff im Vorfeld. Die Veranstalter hoffen, in diesem Jahr noch mehr Besucher als bei der letzten Ausgabe im Jahr 2003 anzulocken: Damals waren mehr als 300.000 Menschen gekommen.

Die beiden Ausstellungen "Immer ein bisschen weiter entfernt" in den ehemaligen Werfthallen des Arsenale und "Die Erfahrung der Kunst" in den 34 Sälen des italienischen Pavillons im Park der Giardini wurden von den Spanierinnen Rosa Martínez und María de Corral gestaltet. Es ist das erste Mal in der 110-jährigen Geschichte der Kunstbiennale, dass zwei Frauen als Kuratorinnen fungieren. Ihr Ziel war es, sowohl einen Blick auf die internationalen Kunstentwicklungen der vergangenen Jahrzehnte zu werfen, als auch zukünftige Tendenzen zu präsentieren.

Bei der "feministischsten aller bisherigen Biennalen" - wie die Ausstellung bereits betitelt wurde - sind 91 Künstler vertreten, darunter immerhin 38 Frauen. Zudem gibt es in diesem Jahr am Canal Grande 73 Länderpavillons, so viele wie noch niemals zuvor. Österreich ist mit dem Künstler Hans Schabus vertreten, der unter dem Titel "Das letzte Land" auf und um den Österreich-Pavillon eine "Alpenfestung" errichtet hat und dem Hoffmann-Bau dadurch eine neue Identität verleihen will.

Insgesamt gibt es über 30 Nebenevents in der ganzen Lagunenstadt, darunter eine große Jackson-Pollock-Retrospektive im Peggy Guggenheim Museum und eine Ausstellung über den deutsch-englischen Maler Lucian Freud.