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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
12. August 2006
17:24 MESZ
G8-Gegner störten umstrittene Breker-Ausstellung in Schwerin
Symbolisch geschlossen - Polizei prüft, ob eine Straftat vorliegt

Schwerin - Gegner des G8-Gipfels im kommenden Jahr in Mecklenburg-Vorpommern haben am Samstag die umstrittene Arno-Breker-Ausstellung in Schwerin symbolisch geschlossen. Nach eigenen Angaben verhüllten sie Plastiken aus der NS-Zeit mit Toilettenpapier und zeigten Protesttransparente gegen die Schau. Sie hätten einen Teil der Besucher bewegt, die Ausstellungsräume zu verlassen, und das Haus mit einer Kette verschlossen, sagte ein Sprecher. Die Polizei bestätigte die Angaben. Sie prüft, ob eine Straftat vorliegt.

Die Demonstranten sind nach eigenen Angaben Teilnehmer eines Camps von G8-Gegnern in Steinhagen bei Rostock. Dort beraten sie über Strategien gegen das 2007 im benachbarten Ostseebad Heiligendamm geplante Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der acht größten Industrienationen (G8). Die Aktion in Schwerin begründete der Sprecher damit, dass Breker (1900-1991), der als Hitlers Lieblingsbildhauer galt, auch nach 1945 bis zu seinem Tod Nazi geblieben sei und sich in Organisationen von Altnazis betätigt habe. (APA/dpa)


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