Kultur

Hundert Hefte Fotokunst

30.11.2007 | SN
Jubiläumsausgabe der "Camera Austria" MARTIN BEHR

Martin Behr Graz (SN). Im Frühjahr 1980 ist die erste Ausgabe mit einem Titelfoto von Seiichi Furuya erschienen, heute, Freitag, kommt die 100. Nummer der "Camera Austria" auf den Markt. Aus der Idee, heimische zeitgenössische Fotografie nach außen zu tragen und internationale Positionen in Österreich bekannt zu machen, ist ein für viele unverzichtbares Medium der Fotoszene geworden. Gefeiert wird die Jubiläumsausgabe mit der Ausstellung "I am not afraid - The Market Photo Workshop, Johannesburg", die heute, Freitag, im Kunsthaus Graz eröffnet wird sowie einem Symposion über die von David Goldblatt gegründete südafrikanische Fotoschule am Samstag .

Die "Camera Austria" (Auflage: 3500 Stück) ist eng mit den Namen Christine Frisinghelli und Manfred Willmann verbunden. Die Arbeits- und Lebenspartner kämpfen seit Jahren gegen "Verführungen des Marktes", stellen die gesellschaftliche Relevanz der Fotografie zur Diskussion und unterstützen die künstlerische Produktion. "Die Zeitschrift ist ein Schauplatz für künstlerische und theoretische Debatten, kann flexibler reagieren als die starren Medien Ausstellung und Katalog", erläutert Frisinghelli, die von 1996 bis 1999 "steirischer herbst"-Intendantin war.

"Camera Austria" in Japan und den USA Begonnen hat alles mit einer Auflage von 1000 Stück und 200 Abonnenten. Ein Drittel der Auflage geht nun in den nicht deutschsprachigen Raum, in Fachkreisen ist "Camera Austria" in Japan, Großbritannien oder in den USA ein Begriff. Die bei anderen Magazinen beliebte Herausgabe von Editionen ist nicht die Leidenschaft Frisinghellis: "Da wird mancherorts ein Unwesen getrieben, mir sind Editionen nicht sympathisch, auch deshalb, weil man nicht inhaltlich streng agieren kann, sondern schauen muss, was gut ankommt."

Den Markt nicht überschätzen, dies ist eines der Leitmotive in der Arbeit von Frisinghelli und Willmann. "Alle kaufen die gleichen Namen, 50 bis 100 Namen werden ganz groß gehandelt, zahlreiche andere spannende Positionen aber nahezu vergessen", kritisiert Frisinghelli. Der kreative Bereich funktioniere in Österreich "eigentlich sehr gut", was aber verbesserungswürdig wäre, sei Infrastuktur, wie Ausbildung, Forschung und museale Betreuung: "Da geht es um die Bewahrung von Lebenswerken, um die Aufarbeitung von Nachlässen, um Recherchen, um Genauigkeit im Umgang mit Fotogeschichte."

Ob Frisinghelli aktuelle Trends ortet? "Sicher die Lieblichkeit in der digitalen Fotografie. Die digitale Montage übt eine große Verführungskraft aus, und sie nimmt den Kunstschaffenden die Eleganz der Limitierung", sagt Frisinghelli, die nach dem "selbstverschuldeten Hinscheiden" der Fototriennale in Graz keine neue Großausstellung anstrebt. "Wir denken vielmehr nach, regelmäßig Symposien zu veranstalten."

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