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Kunsthaus Graz: An der Fassade Tischtennis spielen

28.04.2011 | 16:15 |  (DiePresse.com)

Ab Montag verwandelt sich die Multimedia-Fassade des Kunsthauses in einen überdimensionalen Ping-Pong-Tisch. Durch einen Joystick kann man einen "Ball" über die Hauswand springen lassen.

Die Multimedia-Fassade des Grazer Kunsthauses mutiert zu einem überdimensionalen Tischtennis-Spiel. Passanten können ab kommendem Montag (2.5.) mit Einbruch der Dunkelheit an der Fassade ein Ping-Pong-Spiel über Joysticks, die an der nahe gelegenen Murbrücke montiert sind, selbst steuern. Das Medienprojekt entstand am Studiengang Informationsdesign der FH Joanneum Graz und ist eine Adaption eines der ersten Computerspiele überhaupt.

Die dem Murufer zugewandte Seite der "Blauen Blase", die BIX-Medienfassade, ist ein Charakteristikum des Grazer Kunsthauses. Unter der gewölbten Plexiglashaut dieser Gebäudefront sind rund 1000 kreisförmige 40 Watt-Leuchtstoffröhren integriert, die die Fassade in einen niedrig auflösenden Bildschirm von urbaner Größe verwandeln: Jede der in ihr angebrachten ringförmigen Leuchtstoffröhren fungiert quasi als Pixel, der von einem zentralen Rechner aus gesteuert werden kann. Auf diese Weise lassen sich grob gerasterte Zeichen, Texte und Filmsequenzen entwickeln, die die gesamte Ostfassade bespielen und in die Innenstadt strahlen.

"Jeder, der an der Fassade vorbeikommt, soll die Möglichkeit haben mitzuspielen", so Martin Esterl vom Studiengang Informationsdesigen der FH Joanneum. Er hat die interaktive Installation für die Kunsthaus-Außenhaut entwickelt. Das Prinzip des aktuellen digitalen Fassaden-Spiels ist simpel und lässt zwei Spieler gegeneinander antreten. Es ähnelt dem des Tischtennis und bezieht sich auf das in den 1970er-Jahren von Atari entwickelte Programm, das als eines der ersten Computerspiele unter dem Namen "Pong" bekanntwurde: Ein Punkt (Ball) bewegt sich auf dem Bildschirm hin und her. Jeder der beiden Spieler steuert einen senkrechten Strich (Schläger), den er mit einem Drehknopf nach oben und unten verschieben kann. Lässt man den "Ball" am "Schläger" vorbei, erhält der Gegner einen Punkt.


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