Anhand von unterschiedlichen Exponaten - von der "camera obscura" bis zum "digitalen Minilaboratorium" - soll der Besucher die Entwicklung der Fotografie der letzten 162 Jahre nacherleben können, betonte die Ausstellungsverantwortliche, Claudia Sporer-Heis, bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Innsbruck. Der Bogen spannt sich von der Frühzeit des zeitaufwendigen "Lichtzeichnens" bis zum heutigen digitalen Arbeiten.
Ein Abbild der Wirklichkeit "in die Hand nehmen und aufbewahren zu können", bedeutete für die Menschen des beginnenden 19. Jahrhunderts anfänglich geradezu ein Wunder, erläuterte die Verantwortliche. Gleiches habe für den "geheimnisvollen" Prozess der Herstellung einer "Lichtzeichnung" in einer vollkommen finsteren Kammer gegolten. Heute gehört das Fotografieren zum Alltag, es ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Die schnelle Technik der Digitalfotografie ermöglicht es auch dem Laien, seine Aufnahmen nachzubearbeiten. Dies eröffne natürlich auch der künstlerischen Fotografie neue Dimensionen, führte Sporer-Heis aus. Die Dunkelkammer und die Dienste der Chemie benötigt man dazu nicht mehr.
Den Besucher erwartet unter anderem das "letzte erhaltene Alttiroler
Fotoatelier" von 1895, eine mit Puderdose und Spiegel ausgerüstete "Damenkamera"
oder "Sofortbilder" aus der Zeit um 1900. Fotoautomaten für "Ferrotypien" (Fotos
auf Eisenblech) sorgten bereits vor über 100 Jahren für ein erstauntes Publikum,
da sie innerhalb von drei Minuten das aufgenommene Porträt entwickelt, fixiert
und gewässert auswerfen konnten. Neben Malern, die auch als Fotografen tätig
waren, wie etwa Albin Egger-Lienz oder Alfons Walde, ist ein Teil der
Ausstellung der künstlerischen Fotografie gewidmet. Gezeigt werden unter anderem
Arbeiten von Heinrich Kühn (1866 in Dresden geboren, 1944 in Birgitz bei
Innsbruck gestorben), der zu den bekanntesten Mitgliedern des Wiener Kameraklubs
zählte. (APA)
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derStandard.at