22.10.2001 13:07:00 MEZ
"Die Sankt-Adolf-Riesen"
Hünen, die den mythologischen Kopfwelten des Adolf Wölfli entspringen - ab Donnerstag bei Essl

Klosterneuburg - "Kopfwelten. Adolf Wölfli" - Unter diesem Titel zeigt die Sammlung Essl in Klosterneuburg vom 25. Oktober bis zum 9. Dezember 62 Papierarbeiten des Schweizers, der zu den bedeutendsten Vertretern der "Art Brut" zählt. Die Schau wurde von der Adolf-Wölfli-Stiftung im Kunstmuseum Bern zusammengestellt. Gezeigt werden Ausschnitte aus den zwischen 1904 und 1930 entstandenen Werkkomplexen des Künstlers, der sich seine eigene "Kopfwelt", die "Skt. Adolf-Riesen-Schöpfung" kreierte.

25.000 seitenstarkes Oeuvre in Blei- und Farbstift

Wölfli (1864 - 1930) hat 35 Jahre seines Lebens in der Irrenanstalt Waldau bei Bern verbracht, wo der als schizophren Diagnostizierte sich im Kopf seine Privatmythologie, sein eigenes Zahlensystem und Vokabular, seine Musik und seine künstlerischen Formen erschaffen hat. In manischem Gestaltungswillen kam sein nach eigenen Worten "komplisiertes Wärk" zustande - ein 25.000 Seiten umfassendes, zu Heften gebundenes Oeuvre: Blei- und Farbstiftzeichnungen, illustrierte Erzähltexte, Noten- und Zahlenbilder sowie Collagen.

"Vögelifreie" Musikbetrachtungen

Das Gesamprojekt "Kopfwelten. Adolf Wölfli", eine Kooperation zwischen der Adolf-Wölfli-Stiftung Bern, der Sammlung Essl und dem Festival "Wien modern" ist der "Versuch, eine der waghalsigsten Kopfreisen und Gedankenkonstrukte des 20. Jahrhunderts darzustellen", heißt es in der Aussendung der Sammlung Essl. U.a. bietet das Projekt im Rahmen von "Wien modern" über zehn Veranstaltungen, die die musikalische Seite des Schweizer Künstlers beleuchten. Zwei dieser Konzerte und Performances finden in der Sammlung Essl statt: "vögelifrei" von "LUX*FLUX" am 31. Oktober sowie die Videoperformance "999 - (10hoch95)" von Matthew Ostrowski und Beton-C Bainbridge am 21. November. (APA)


Quelle: © derStandard.at