23.10.2001
11:10 MEZ
  Buddhistische Kunst
"Fremde. Kunst der Seidenstraße" im Museum für Angewandte Kunst
mak


Ausstellung "Fremde. Kunst der Seidenstraße", 24.10.2001 - 26.5.2002 MAK-Schausammlung Ostasien, 1., Stubenring 5. Eröffnung am 23.10.20 Uhr, geöffnet Mittwoch bis Sonntag 10-18 Uhr und Dienstag ("MAK-Nite")10-24 Uhr, am 24.21. und 31.12.10-15 Uhr, am 25.12. und 1.1. geschlossen. Informationen: http://www.mak.at/

  Wien - "Fremde" übertitelt das Wiener Museum für angewandte Kunst MAK programmatisch eine Ausstellung buddhistischer Kunst der nördlichen Seidenstraße - aus einem Kulturkreis also, der aus politischen Gründen derzeit im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses und ambivalenter Gefühle steht. Bis 26. Mai sind in der MAK-Schausammlung Ostasien 19 bedeutende Wandmalereien und Plastiken aus dem 5. bis 11. Jahrhundert zu sehen, die das Aufeinandertreffen und Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen bezeugen und im Rahmen der preußischen Ostturkistan-Expeditionen (zwischen 1902 und 1914) dem Museum für Indische Kunst Berlin-Dahlem einverleibt wurden.

Die Seidenstraße, die vom östlichen Mittelmeer über Zentralasien nach China führte, war seit der Antike die wichtigste Handelsroute zwischen Europa und dem fernen Osten Asiens. Über sie verbreitete sich der Buddhismus von Indien über Gandhara (im heutigen Pakistan bzw. Afghanistan) nach China, Korea und Japan. Aus dem Mit- und Nebeneinander verschiedenster Gruppierungen und Völker entwickelte sich zwischen dem 4. und 11. Jahrhundert in den Oasenstaaten entlang der nördlichen Route eine buddhistische Hochkultur, deren eigene künstlerische Sprache das Fundament für die weitere Kunstgeschichte in Ostasien - China, Korea und Japan - bildete.

Höhlenheiligtümer

Europäische Archäologen (Albert Grünwedel und Albert Le Coq) entdeckten an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert an der Seidenstraße in Ostturkistan, vor allem rund um die Oasen Kucha und Turfa, reich ausgestattete Höhlenheiligtümer. Die Wandmalereien - wie die Plastiken aus Lehm geformt und mit Naturfarben bemalt - wurden mit ausdrücklicher Genehmigung der damaligen chinesischen Regierung nach Berlin transportiert und verschafften dem Indischen Museum Berlin Weltruhm. Das Prunkstück der MAK-Schau, die freilich nur einen Bruchteil der Berliner Schätze präsentieren kann, ist - neben Stifter-Bildnissen uigurischer Fürsten und Porträtplastiken - eine Wandmalerei mit Jataka-Erzählungen, also jenen (in offener Malweise dargestellten) Legenden von den 547 Leben, die der historische Gautama-Buddha, der Begründer des Buddhismus, auf seiner Reise ins Nirwana hinter sich bringen musste.

"MAK-Nite"

Begleitend zur Ausstellung ist ein CD-Katalog erschienen, mit Abbildungen und Beschreibungen aller Exponate und Beiträgen von Marianne Yaldiz, Max Klimburg und Johannes Wieninger sowie Texten aus der Zeit der preußischen Ostturkistan-Expeditionen. Ein umfangreiches Rahmenprogramm reicht von Vorträgen und Sonderführungen bis zu Musik- und Tanzveranstaltungen im Rahmen der "MAK-Nite". Zur Eröffnung heute, Dienstag, Abend (20 Uhr), hält der Direktor der Kunsthalle Tirol, Hubert Salden, einen einführenden Vortrag über "Hybridkunst", im Anschluss sorgt DJ Amina Handke für musikalisches Feeling "east of Vienna". Geplant ist in weiterer Folge auch eine MAK-Reise an die Seidenstraße. (APA)

 

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