28.11.2001 14:04:00 MEZ
"Das Beste, was einem Künstler passieren kann"
Fabrizio Plessi mit "Only Fire" in der Sammlung Essl

Klosterneuburg - Bis 17. Februar im Klosterneuburger Museum der Sammlung Essl gezeigt werden Installationen aus elektronischem Feuer, riesigen Baumstämmen und rostigen Stahlplatten von Fabrizio Plessi, des "Bildhauers der Videotechnologie".

Hausherr Karlheinz Essl bezeichnete bei der Eröffnung "Only Fire" als außergewöhnliche, eigens auf den Raum konzipierte Ausstellung, deren Einrichtung allerdings auf Grund der Dimensionen der Objekte ein "kleines Mirakel" gewesen sei. Die Initiative dazu kam von Ehefrau Agnes, die den in Venedig lebenden italienischen Künstler, der seit den frühen siebziger Jahren zu den Pionieren der Medienkunst zählt, 1999 in Hannover kennen gelernt hatte.

Fabrizio Plessi will sich als Künstler und nicht als "Videokünstler" verstanden wissen, betonte er unter Hinweis darauf, dass niemand etwa Michelangelo als "Marmorkünstler" bezeichnen würde. Er dankte seinen "neuen Freunden" für die Einladung zur Ausstellung. Seine Träume verwirklichen zu können, sei "das Beste, was einem Künstler passieren kann". Zum Glück habe er in den vergangenen 30 Jahren genug "Verrückte" gefunden, die ihn bei der Realisierung seiner künstlerischen Projekte unterstützten.

In seiner Werkseinführung bezeichnete Professor Peter Baum, seit 1973 Direktor der Neuen Galerie der Stadt Linz, Plessi als archaischen Künstler, der sich gleichzeitig zu neuen Technologien bekenne: ein - wie Plessi tags zuvor sich selbst definiert hatte - "digitaler Aboriginal".

Die Arbeiten entwickeln sich aus den Gegensätzen der Naturgewalten, Wasser und Feuer sind die Hauptthemen. In "Only Fire" wirken die via Monitore simulierten Feuer, vor allem beim elektronischen Totem in der Rotunde, durch eine von Karheinz Essl jun. komponierte Tonabfolge auch akustisch. (APA)


Quelle: © derStandard.at