07.01.2002 14:18:00 MEZ
Konfliktkunst = "Konflikte ins Lächerliche" treiben
poeter c. siegls konstruktiver Beitrag in der causa "Ortstafeln"

Wien - Zweisprachige Ortstafeln, wie sie derzeit nicht nur in Kärnten für heftige Diskussionen sorgen, sind dem Wiener "Konfliktkünstler" poeter c. siegl zu wenig. Als "konstruktiven Beitrag zum Urteil des Verfassungsgerichtes in der Causa Ortstafel" (siegl) hat er am Wochenende begonnen, die Ortseinfahrten Wiens dreisprachig zu gestalten: "Wien - Vienna Wean" heißt es an den Autobahneinfahrten künftig auf Deutsch, Englisch und Wienerisch.

Foto: APA
LINK: http://www.poeter.at/

Die Aktion geht weiter

Am Freitag Nachmittag habe er an der Wiener Westeinfahrt drei Ortstafeln mit weißer Folie überklebt, auf der in derselben Schrift wie auf den originalen Tafeln die dreisprachige Ortsbezeichnung angebracht wurden sei, so der Künstler. "Bis Sonntag hingen sie jedenfalls", versichert siegl, der nach eigenen Angaben am Montag Vormittag an der Wiener Südeinfahrt weitere drei Tafeln überklebte und weitere Aktionen an den restlichen Einfahrten für den Verlauf der Woche ankündigte.

Schmunzeln an der 'Wiener Südeinfahrt

Für seine "wie immer unangemeldete" Aktion beruft sich siegl auf die in der Verfassung verankerte Freiheit der Kunst. Bei seinen bisherigen 35 "Denkstationen" (dokumentiert unter http://www.poeter.at/) habe er noch nie Strafe oder Entschädigungen gezahlt, so siegl, der u.a. für den schlagzeilenträchtigen Auftritt des als Hitler kostümierten Schauspielers Hubsi Kramar am Opernball 2000 (mit-)verantwortlich war." siegl: "Ich nenne das Konfliktkunst, denn meistens treibe ich damit Konflikte ins Lächerliche." Das funktioniere auch diesmal so, meint siegl, der von positiven Reaktionen vorbeifahrender Autofahrer berichtete, denen die neue Beschriftung ein Schmunzeln entlockt hätte. (APA)


Quelle: © derStandard.at