zur Ansichtssache: GUESS WHO |
Vor fünfzehn Jahren fing die Amerikanerin Peggy Sirota (geb. 1956) als
Autodidaktin zu fotografieren an. Heute zählt sie zu Amerikas führenden
Celebrity-FotografInnen und zu den Top Ten der amerikanischen Werbefotografie.
Oft tragen die Titelbilder für "Time Magazine" und "Vanity Fair" ihre
Handschrift, ihre Kundenliste enthält an die 150 Firmen und Agenturen - von
Adidas bis Warner Brothers.
Auch wenn die 44-Jährige beruflich der
Glamourwelt verbunden ist, so hat sie sich dennoch/gerade deshalb auch bewusst
von dieser ferngehalten. "Ich will mich nicht einnehmen lassen von dieser
Prominentenbesessenheit." Sie habe "berühmte Leute getroffen, die sich
tatsächlich für etwas Besseres halten".
So lebt die Starfotografin (die
diese Bezeichnung nicht für sich gelten lassen will) lieber mit ihrem Mann, zwei
Hunden, zwei Ziegen, Katze und Ente auf einer Ranch in Süd-Kalifornien – wo sie
die "echten Momente" erlebt, niemand nach dem Showwert fragt.
In ihrer Fotoarbeit befreit Sirota die perfekten, glamourösen Stars: Sie
steckt Janet Jackson in einen Müllsack, lässt Mia Farrow auf einer Wiese einen
Riesen-Teddy umarmen, Brad Pitt im Wasser versinken. Durch diese verspielten
Inszenierungen zerstört Sirota das Star-Image. Der unkenntliche – weil
unverehrte Star, lässt plötzlich Seiten der Persönlichkeit erkennen und erlebt
Momente der Selbstbefreiung; denn: "Wer immer nur sich selbst beobachtet, guckt
einfach in die falsche Richtung", so das Motto der Fotografin, welches sie von
ihrem russischen Großvater übernommen hat.
Ab Dienstag ist nun erstmals
Sirotas' Arbeit auch in Österreich zu sehen. Die Wiener Galerie Westlicht
präsentiert die Benefiz-Aktion "GUESS WHO" zugunsten des "Aids Project Los
Angeles", wofür Peggy Sirota über 170 Stars, MusikerInnen und SportlerInnen
porträtierte. Ein amüsantes Ratespiel, mit traurigem Auslöser – zwei gute
Freunde der Fotografin sind an Aids gestorben. Ein Teil des Erlöses aus dem
Verkauf der Bücher und der Bilder kommt dem Aids Project zugute. (pd)
Quelle: © derStandard.at