absichtlich absichtslos
(2002-)
kurzbeschreibung
“absichtlich
absichtslos“ ist der arbeitstitel eines laufenden zyklus nichtfiguraler und
nichtgestischer malereien. es handelt sich dabei fast ausschliesslich um relativ
grossformatige ölmalereien auf der basis eines
quadratrasters.
wie
der titel schon sagt, ist das zentrale thema dieser arbeit die
absichtslosigkeit. das ist, wenn man so will, ein taoistischer ansatz. ziel ist
nicht das ergebnis, also das fertige bild, sondern der prozess, der malakt
selbst.
die
totale formale reduktion auf das quadrat ist einerseits eine logische konsequenz
der malweise, andererseits eine bewusst eingesetztes reduktionistisches
gestaltungsmittel, das die farbwirkung in den mittelpunkt
stellt.
die
malfarben werden nach verschiedenen algorithmen in reiner form direkt auf die
leinwand aufgetragen und anschliessend vermalt. die dabei entstehenden
mischfarben, farbkombinationen und farbverteilungen sind das ergebnis eines
gelenkten zufallsprozesses.
dadurch
entsteht so etwas der fussabdruck des augenblicks. das bild ist als ergebnis
eines zufallsprozesses einmalig und auf dieselbe art und weise nicht
reproduzierbar. ich spreche in diesem zusammenhang von einem mandala des
zufalls.
wenn
diese arbeit überhaupt ein ziel verfolgt, so ist es die auslöschung, die
befreiung von konkreten vorstellungen und inhalten. persönlich erlebe ich diese
malerei als meditative erfahrung.
ich
wünsche mir, dass diese arbeit als statement gegen die optische reizüberflutung
in der mediengesellschaft rezipiert wird, zugleich aber auch als persönliche
antwort auf die tradition des abstrakten expressionismus.
florian macke,
september 2002