road to
nowhere (1993)
kurzbeschreibung
“road
to nowhere“ ist ein zyklus von 6 grossvolumigen möbelplastiken aus lackiertem
stahlblech. dieser zyklus ist 1993 entstanden und legt sozusagen zeugnis von
meinen ersten versuchen mit dem schweissgerät ab.
formal
gesehen legen die objekte zeugnis von der faszinazion über die dream cars der
50er jahre ab, zumindest oberflächlich. dahinter steckt jedoch ein gedankenspiel
zum begriff der mobilität, ein begriff, der sich im automobil wie sonst nirgends
manifestiert. es handelt sich gewissermassen um eine begriffliche gleichsetzung
von automobil und möbel.
das
autodesign der 50er jahre mit seiner formalen expressivität, die im streamlining
zum ausdruck kommt, interpretiere ich hier als den versuch, mobilität
vorzutäuschen: das auto sollte selbst im zustand der ruhe so aussehen, als würde
es sich bewegen, es sollte also die anmutung von bewegung besitzen, es sollte
sozusagen dynamik, mobilität und geschwindigkeit
simulieren.
ich
habe versucht, diese anmutung von bewegung auf meine möbelplastiken zu
übertragen und damit ein paradoxon zu schaffen, nämlich möbel als ruhende
gegenstände so aussehen zu lassen, als wären sie für die bewegung geschaffen,
was sie ja ihrer verwendung nach nicht sind, ihrem begriff nach aber schon
(möbel kommt bekanntlich von movere, und das heisst
bewegen).
diese
arbeit soll die heilsversprechung der allgemeinen mobilität auf künstlerischer
ebene als irrational und jedenfalls völlig überzogen dargestellen, um nicht zu
sagen entlarven.
die
arbeit wurde 1994 auf der messe bauen und wohnen und anlässlich der eröffnung
der schauräume von porsche simmering ausgestellt.
florian
macke, september 2002