18.12.2002 11:41
"Premio Nacional" für 'museum in
progress'
Spanischer Preis in der Sparte "Innovation"
an in Wien ansässigen Kulturverein
Wien - Der in Wien ansässige Kulturverein museum
in progress erhält am Donnerstag in der Königlichen Akademie der Bildenden
Künste de San Fernando in Madrid den Premio Nacional de Grabado y Arte Grafico
in der Sparte "Innovation". Damit werden seit dem Jahr 2000 Institutionen oder
Initiativen gewürdigt, die sich besonders um die Verbreitung und Vermittlung von
Kunst verdient gemacht haben. Weiters erhält der spanische Künstler Antoni
Tapies (79) den zum zehnten Mal vergebenen "Premio Nacional" für das
Lebenswerk.
Bei der Wiener Initiative freut man sich über den "relativ
überraschenden und ermutigenden Preis", der die vermehrten Auslandsaktivitäten
des laufenden Jahres als richtigen Weg bestätige. Im Umfeld der Verleihung
werden an drei verschiedenen Orten in Spanien Ausstellungen der Preisträger
gezeigt, das museum in progress ist u. a. mit der zwölfminütigen, anlässlich
seines Zehnjahresjubiläums für die ORF-"Kunst-Stücke" gedrehten Dokumentation
"still in progress" (2000) vertreten.
Spanische Pläne
Für
das kommende Jahr ist das museum in progress mit zwei Museen in Spanien in
konkreten Gesprächen über Projekte. Geplant sind eine spanische Version der
schon an der Wiener Kunsthalle gezeigten Arbeit von Ken Lum, "There is no place
like home", im Rahmen der Ausstellung "Micropolitics (Part I)" an der Fassade
des Espai d'Art Contemporani de Castello sowie die internationale Plattform
"Platformance" in Kooperation mit der spanischen NMAC Foundation im September
2003, die sich mit dem Verhältnis von "Performance und neuen Medien"
befasst.
Weiter Kooperation mit dem STANDARD
Weiters wird
es im Februar/März 2003 im Nora Eccles Harrison Museum (Utah) eine große
Retrospektive geben. Weitergeführt werden soll die Ausstellungsserie "Eiserner
Vorhang" in der Wiener Staatsoper und der Komischen Oper Berlin sowie die
Kooperation mit der "Süddeutschen Zeitung" und dem STANDARD. Neben dem
internationalen Projekt "Urban Tension", das zuletzt auf der Staatsoper mit
einem Großbild vertreten war und das 2003 in weiteren europäischen Städten wie
Frankfurt, Rom und Brüssel gezeigt werden soll, gibt es etliche weitere Pläne im
Großbildbereich. Ebenfalls fortgesetzt werden soll die Ausstellungsserie
"Balkankonsulat" in Kooperation mit dem Kunstverein "rotor" Graz in u. a.
Petersburg, Belgrad, Prag, Istanbul, Sarajevo und Bukarest.
Tapies'
"individuelle Mythologie"
Tapies, dessen Stil sich am ehesten als
"individuelle Mythologie" beschreiben lässt, gehört zu den wichtigsten
Persönlichkeiten der gegenwärtigen Kunstszene. Er wurde am 13. Dezember 1923 in
Barcelona geboren und verlebte mitten im Spanischen Bürgerkrieg eine von einem
Lungenleiden überschattete Kindheit. Im Sanatorium begann sich der Autodidakt
mit Musik, Literatur und Zeichnungen zu beschäftigen. Begegnungen mit dem
Dichter-Künstler Joan Brossa und Joan Miro sowie die Gründung der
Künstlergemeinschaft "Dau al Set" kennzeichneten seine weitere Entwicklung. In
seine Werke fließen neben surrealistischen Elementen auch orientalische
Philosophie, spanische Mystik und mittelalterliche Kosmologien
ein.
Bisherige Preisträger des undotierten "Premio Nacional" in der
Sparte "Innovation" waren Permaprint in London (2000) und die International
Biennial of Graphic Arts of Ljubljana (2001). (APA)
(S E R V I C E -
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