09.04.2003 13:59
MQ-Streit um Werbeflächen
Mieter
wehren sich gegen "Unkostenbeitrag"
Wien - Die Mieter des Museumsquartiers wehren
sich gegen einen "Unkostenbeitrag", wie ihn die Pressesprecherin der
MQ-Gesellschaft, Daniela Enzi, nennt: Für den Betrieb des Leitsystems, wie
Schaukästen und Behältnisse von Informations- und Werbematerial, werden die
Institutionen des MQ seit 1. April zur Kasse gebeten. Für Strom-, Reinigungs-
und Personalkosten werden pro Woche 10 Euro für einen von einem Nutzer
bestückten Leuchtkasten und weitere 10 Euro für sämtliche Folder-Halter in
Rechnung gestellt.
"Akt der Bosheit"
"Wir haben das für
einen Aprilscherz gehalten", so Dietmar Steiner, Leiter des Architekturzentrums
Wien (Az W): "Dass die Mieter des Museumsquartiers für die Ankündigung ihres
eigenen Programms zahlen sollen, ist ja pervers." Er sieht in der neuen Regelung
einen "Akt der Bosheit". Sie sei eine Reaktion der MQ-Gesellschaft auf seit
Jänner vorliegende Forderungen der Nutzer u.a. nach Ausweitung der kostenfreien
Ankündigungsflächen.
"Einschleifregelung"
Für Daniela Enzi
hingegen war es "von Anfang an klar, dass wir diesen Betrag irgendwann einheben
werden. Wir haben das auch so kommuniziert. Wir haben ja kein operatives Budget.
Es gab nur ein einmaliges Investitionsbudget für die Anschaffung. Daher müssen
wir alles, was an Betriebskosten anfällt, weiter leiten. Wie auch beim Ticketing
System, wo wir das von Anfang an gemacht haben."
Die Einhebung der
Unkosten für das Leitsystem im Rahmen einer "Einschleifregelung" habe man bisher
lediglich aufgeschoben, so Enzi, weil dieses mit der Anbringung der letzten
Folderhalter vor drei Wochen erst ganz fertig geworden sei. Es handle sich dabei
aber nicht um Kosten für die eigentliche Werbung und das Marketing, betont Enzi.
Dafür gebe es ein eigenes Budget.
"Retournierung unserer
Werbemittel"
In einem gemeinsamen Beschluss der
DirektorInnenkonferenz haben Vertreter von Az W, Kunsthalle Wien, Leopold
Museum, ZOOM Kindermuseum, Mumok, Tanzquartier Wien sowie Halle E und G
BetriebsGmbH und Wiener Festwochen Museumsquartier-Chef Wolfgang Waldner "um
Entfernung und Retournierung unserer Werbemittel" ersucht, sollte die MQ GmbH
auf der Bezahlung bestehen.
Das Standort-Marketing sei eigentlich Aufgabe
der MQ-Gesellschaft. Damit man aber beurteilen könne, ob die in Rechnung
gestellten Kosten gerechtfertigt seien, solle die Betriebsgesellschaft die
Kalkulation offen legen, erwartet Helmut Moser, Vorstandsvorsitzender des
Leopold Museums. Alle MQ-Nutzer seien daran interessiert, dass keine
Quersubvention stattfinde. Plakat- und Druckkosten würden ohnehin von den
jeweiligen Institutionen getragen. (APA)